
Soeben habe ich mein aufgestautes Audible-Guthaben in die seit November 2011 vollständig als Hörbuch erhältliche Chronik der Drachenlanze versenkt. Mithin also in Bücher, die ich schon kenne – die Reihe steht noch immer im Bücherregal und staubt seit rund 20 Jahren (!) vor sich hin. Und trotzdem freue ich mich wie ein kleines Kind vor Weihnachten, mir die Geschichte um Raistlin und Co. wieder zu Gemüte zu führen. Bin ich alt und spießig? Bin ich der Opa, der vom Krieg erzählt? Wie bei einigen Musikstücken umwehen mich alleine schon beim Gedanken an das Anhören Erinnerungen an endlose Rollenspiel-Abende, an Gesichter, Eindrücke, Gerüche. Nein, ich glaube, ich bin noch nicht dieser Opa. Zumindest nicht, wenn ich in weiteren 20 Jahren in Dinge investiere, die mich dann an heute erinnern.
Es hat sich bestätigt, was wir immer gesagt haben”, sagt Gönner. “Es gibt eine schweigende Mehrheit für dieses Projekt, und heute hat sich diese Mehrheit mit Deutlichkeit zu Wort gemeldet.
Bereinigt auf die Zahl der Wahlberechtigten, liebe Frau Gönner, ist der überwältigenden Mehrheit S21 anscheinend nicht einmal ein Kreuzchen wert, egal ob dafür oder dagegen. In diesem Kontext von Minderheiten und Mehrheiten zu sprechen, ist eine gewagte Sache (und mit “gewagte Sache” meine ich “vollkommener Schwachsinn”). Von zwei Minderheiten (von denen keine schweigt) ist die der Befürworter die größere. Die Meinung der tatsächlich schweigenden Mehrheit zu erfassen ist dem gegenwärtigen System leider nicht möglich. Und leider interessiert das Politiker wie Sie, Frau Gönner, auch gar nicht.
Adobe hat zur MAX2011 die Creative Cloud vorgestellt, die neben wolkigen Community-Features und Services unter anderem auch Zugriff auf alle Adobe-Applikationen bieten soll – neben den schon zur Creative Suite 5(.5) stärker in den Vordergrund gestellten Mietmöglichkeiten ein deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl, dass das Subscription Modell wohl das ist, was Adobe in Zukunft pushen will.
Mieten statt kaufen
Ein Blogbeitrag konkretisiert das Angebot der Creative Cloud nun. In der ersten Jahreshälfte soll der Zugang für 50 Dollar monatlich (bei Abschluss eines Jahresabos) kosten und Zugriff auf den kompletten Umfang der Master Collection bieten – also auf alles, was Adobe an Programmen anbietet.
We are excited to announce that membership to the Adobe Creative Cloud will be available in the first half of 2012 at a price of $49.99 per month for individuals and $69.99 per month per seat for workgroups, both for an annual plan.
Ob “for individuals” wie bisher bedeutet, dass zwei Installationen möglich sind, oder ob dieses Individuum auf einen Rechner, eine Installation beschränkt ist, vermag ich nicht herauszulesen. Mir ist aber auch einigermaßen unbegreiflich, weshalb die Lizenz für einen Arbeitsplatz in einer Workgroup teurer sein soll.
Kaufen statt mieten?
Richtig interessant wird es aber einige Zeilen weiter unten, wo sich Adobe zum herkömmlichen Lizenzmodell äußert – aka ‘Ich kauf mir lieber eine Box’ (Hervorhebung meinerseits):
For customers who prefer to remain on the current licensing model, we will continue to offer our individual point products and Adobe Creative Suite editions as perpetual licenses. With regards to upgrades, we are changing our policy for perpetual license customers. In order to qualify for upgrade pricing when CS6 releases, customers will need to be on the latest version of our software (either CS5 or CS5.5 editions).
Im Moment reicht die Upgradeberechtigung drei Versionen zurück. Auf CS 5(.5) kann man derzeit also noch von CS2 aus aktualisieren. Praktisch (für den Nutzer) ist dabei, dass man auch einmal eine Version auslassen kann, wenn einem der Featuresprung zu unwesentlich scheint. Das kann man sich nach der Änderung – mit Beginn des Jahres 2012, wenn ich es recht verstehe – in die Haare schmieren. Entweder stets updaten, oder wieder neu kaufen. Oder eben mieten – das würde Adobe am liebsten sehen. Je nachdem, welche Programme man nutzt (und was letztlich ‘for inividuals’ tatsächlich heißt) dürfte das aber teurer werden. 50 Dollar monatlich sind 600 Dollar jährlich, macht 1200 Dollar alle zwei Jahre – ein üblicher Updatezyklus. Ein Update einer Creative Suite kostet da weniger. Und wenn man dazu Adobes üblichen Wechselkurs ansetzt, werden aus diesen 1200 Dollar schnell 1500-2000 Euro.
There is a tremendous shift happening around content creation,
distribution and monetization.
Ja, vor allem bei der Monetarisierung auf Seiten von Adobe, wie mir scheint.
Da stellt Apple einen Nachfolger zu einem *hüstel* moderat erfolgreichen Web-Dienst vor und die Welt dreht durch. Meine Eindrücke speisen sich zugegebenerweise aus überschaubaren Quellen. Was ich zur iCloud weiß, weiß ich von der WWDC, dem kürzlichen iPhone-Event sowie in der Zwischenzeit aus zahlreichen Podcasts. Was die konventionelle Presse daraus gemacht und welche Erwartungen sie (anscheinend) geweckt hat, ist mir nur indirekt durch die Konfusion nach der Umstellung, die sich in Foren ablesen lässt, bekannt. Es scheint jedoch unwahrscheinlich, dass ich ausgerechnet in ein Nest an iCloud-Nichtverstehern gestolpert bin. Es herrscht schon ein ungewöhnlich hohes Maß an Verwirrung. Selbst will ich mich gar nicht ausnehmen.
It just works.
Dass es zur Freischaltung an allen Ecken rumpeln würde, war klar (sollte klar gewesen sein – so manche Nutzerreaktion lässt auch daran zweifeln). Ob der Dienst selbst also tut, was er tun soll, wird sich noch zeigen müssen. Aber damit die Aussage zutrifft, muss ja auch noch eine weitere Komponente mitspielen: der Nutzer. Wenn man sich die Reaktionen so durchliest, steht dort selten geschrieben Meine Kontakte werden nicht mehr synchronisiert, alles ist weg!
, vielmehr türmen sich Fragen, ob in dieser oder jenen Konstellation etwas so oder so funktioniert. Es ist nicht der Dienst, der nicht funktioniert. Es sind die Benutzer, die nicht wissen, wie und ob er funktioniert – oder gar was der Dienst eigentlich ist.

Es wäre einfach zu sagen, dass Apple nicht dafür verantwortlich sein könne, dass der Fehler offensichtlich vor dem Bildschirm sitzt. WWDC, iPhone Event und auch Podcasts darf man als zählbare Informationsquelle für die Masse an Kunden wohl streichen. Primär wird der interessierte Kunde – wenn überhaupt – auf apple.com Informationen suchen. Man könnte an der Beschreibung, was denn die iCloud nun ist (und was sie nicht ist), meiner Meinung nach einiges kritisieren. Aber darauf will ich nicht hinaus. Die iCloud ist kein isoliertes Produkt, das auf einmal in die Realität ploppt. Die meisten Kunden haben bereits etwas sehr ähnliches im Einsatz: Mobile Me.
Wie oft wird Mobile Me auf den iCloud Promo-Seiten erwähnt? Kein einziges Mal. Gleiches gilt für das derzeit wahrscheinlich noch mehrheitlich eingesetzte Betriebssystem. 10.6 wird kein einziges Mal erwähnt. Während iOS 5 zahlreich erwähnt wird, muss man selbst nach 10.7 lange suchen. Einmal wird es erwähnt:
Auf jedem neuen Gerät von Apple.
iOS 5 ist auf jedem neuen iPhone, iPad und iPod touch installiert. Und OS X Lion auf jedem neuen Mac. Das heißt, alle neuen Apple Geräte, die du kaufst, sind direkt nach dem Auspacken bereit für iCloud.
Der Uprade Path
Apple beschreibt gewohnt blumig, wie toll und schön die Welt mit iCloud ist. Aber sie verpassen es, den Benutzer abzuholen, wo er wahrscheinlich ist: in einer ungewohnt inhomogenen Umgebung aus Rechnern mit 10.6 und 10.7 sowie iOS-Geräten mit iOS 4 und iOS 5. Mit Mobile Me, ohne Mobile Me, mit Apple ID, mit mehreren IDs, mit Familien-Accounts etc. pp. Besonders wenig hilfreich ist hierbei ausgerechnet das einzige Dokument, das sich mit dem Übergang von Mobile Me zu iCloud auseinandersetzt: Fragen und Antworten zum Übergang von MobileMe zu iCloud. Hier werden zwar einige wichtige Fragen beantwortet, Apple umgeht jedoch einen entscheidenden Punkt: Was ist denn eigentlich, wenn ich ein iPhone mit iOS 5 habe und einen Rechner mit 10.6.
Und das ist nur ein Beispiel einer (nicht unüblichen) Kombination, deren Auswirkungen Apple nirgends kommuniziert. Dass iCloud mit 10.7 und iOS 5 funktioniert ist eben keine glasklare Aussage, dass es mit 10.6 und iOS 4 (oder anderen Kombinationen) nicht funktioniert. Happy communications one-on-one, dass man negative Aussagen stets zu vermeiden hat.
Mit gesundem Menschenverstand, möchte man meinen, ließe sich dennoch jeder Tumult noch vermeiden. Man muss ja nicht sofort zur iCloud wechseln. Auch wenn Apple einen geradezu dazu verführt. Aber It just works
verbunden mit lapidaren Aussagen und kleingedruckten Einschränkungen sind vielleicht doch keine ausreichende Kommunikation in einer überraschend komplexen Umgebung. Möglicherweise hat Apple sich und seinen Kunden mit drei Umstellungen zugleich (OS X, iOS und iCloud) etwas viel zugemutet. Angenommen, der iCloud-Launch hätte erst in einem halben Jahr stattgefunden – ein größerer Teil der Kundschaft hätte sich mit den 10.7- und iOS-5-Updates arrangiert und alle Geräte auf einen Stand gebracht. Man könnte sich dann in Ruhe auf die Umstellung Mobile Me > iCloud konzentrieren. Es würde sich nur eine Komponente in einem einigermaßen homogenen Umfeld verändern. Derzeit ändern sich gleich drei Komponenten in einem inhomogenen Umfeld. Das ist gerade im Apple Umfeld sehr selten. Wahrscheinlich aus guten Gründen.
Keiner ist Schuld und nichts ist kaputt
Hier soll keine Klage geführt werden. Keiner ist an etwas Schuld. Apple hat einen Dienst eingeführt, der von anfänglicher Überlastung abgesehen prinzipiell zu funktionieren scheint. Was der Dienst kann und was nicht, ist hinreichend erklärt. Es wird einem nichts genommen, und man muss nichts ändern. Wer besonnen auf das Angebot blickt, wird seinen Weg finden. It just works
hingegen ist anders. 10.6 von der iCloud auszuschließen (zumindest vorerst) scheint mir ein unnötiger Stolperstein – ein 10.6.9 mit iCloud-Konnektivität hätte wahrscheinlich 90% aller Entrüstung und Verwirrung beseitigt. Dass die Chance vergeben wird, endlich diverse IDs zu einer Apple ID verschmelzen zu können, ist das eigentliche Versäumnis, über das ich mich aufzuregen vermag.

Warum hat man an manchen Tagen, zu manchen Bildern oder beim Lesen einer Nachricht bestimmte Lieder im Kopf? Ich weiß es nicht. Heute war es Heartland von den Sisters of Mercy. Was, wie mir hiermit auffällt, weder im iTunes Store noch bei Amazon zu bekommen ist. Shame on you. Rettung bei Last.fm.
Als Ausgleich habe ich eine ganze Liste – in der Heartland eigentlich auch vertreten wäre – auf iTunes veröffentlicht. Schon etwas älter, im Original aus drei Listen bestehend und sicher über die letzten fünfzehn Jahre hinweg entstanden und modifiziert. Einige Titel sind in iTunes leider nicht verfügbar (u. a. zwei Titel von Stina Nordenstam, manche Titel von den Vienna Scientists Samplern sowie ein Song eines Augsburger Künstlers – Café Calmberg) und die Liste ist deshalb an manchen Stellen möglicherweise etwas holprig. Wenn auch das meiste alter Kram ist, vielleicht findet ja jemand Gefallen an dem ein oder anderen Stück.
Auf Mobilgeräten – Adobe nennt explizit Android, iOS und Blackberrys Tablet OS – soll Stage3D auf OpenGL ES 2.0 aufsetzen, allerdings erst in in einer der kommenden Player-Versionen.
(Hervorhebung meinerseits) Wie kommt es eigentlich, dass bei jeder Flash-Version ein Passus enthalten ist, der sinngemäß lautet “Jetzt noch nicht, aber in einer späteren Version wird alles gut”?
Das war’s mit der Geheimhaltung: Apple-Vorstandsmitglied Al Gore hat verraten, dass der Konzern im Oktober neue iPhones vorstellen wird.
Ich lege einen drauf: Apple wird nächstes Jahr schon wieder neue iPhones vorstellen! Potzblitz! Und Weihnachten wird – Trommelwirbel bitte – auf einen 24. fallen! Sen. Sa. Tio. Nell.

Erm, sehe da nur ich eine Fratze? Und links oben eine Axt?

Ich erhalte viele Glückwünsche dieser Tage. Das ist schön wie es auch seltsam ist. Immerhin habe ich wenig bis nichts vollbracht, außer zuzusehen, wie ein kleiner Mensch geboren wird. Und über all die vergangenen Wochen wie auch Tage drängte sich natürlich von vielen Seiten die Frage auf: Und, freust du dich?
Ganz ehrlich: Keine Ahnung. Nachwuchs zählte und zählt nicht zu den Dingen, die auf dem Zettel “Dinge, die du in deinem Leben erreichen musst” stehen. Andererseits existiert weder solch ein Zettel, noch würde, selbst wenn er existierte, besonders viel – wenn überhaupt irgendetwas – darauf stehen. Zumindest nichts, von dem ich mir absolut keine Vorstellung machen kann. Ein Kind zu haben zählt definitiv zu dieser Kategorie.
Dass Eva nun geboren ist, ändert bislang wenig daran, dass die Vorstellung, von nun an für ein Leben zusätzlich verantwortlich zu sein, weiterhin äußerst abstrakt bleibt. Vielleicht wird es das auch ewig bleiben. Das ist (mir) aber auch irgendwie völlig egal. Sie ist da. Ich bin da. Deal with it.
Ich meine das nicht emotionslos – sogar ganz im Gegenteil. Ich brauche nicht Klischees vom glücklichen Vater zu erfüllen, muss nicht nach hause twittern, dass ich Mutter und Kind vermisse, wenn ich arbeiten bin, muss nicht stolz sein, wenn sie dieses oder jenes kann und tut (oder nicht tut), muss das Vatersein nicht toller finden als ein Nine Inch Nails Konzert (also das wäre so eine Sache, die ich vielleicht auf diesen Zettel schreiben würde). Ich muss keinem Vaterideal entsprechen, das eine Gesellschaft oder Eltern-Zeitschrift skizziert. Und wenn ich es doch tue – dann soll es mir auch recht sein. Solange ich meinem Vaterideal entspreche. Evas Vaterideal. Welcher Art auch immer das sein mag.
Und, freust du dich?
Das weiß ich erst im Nachhinein. Bislang hatte ich sie ein paar Mal auf dem Arm. Ich habe sie nicht kaputt gemacht. Das ist ja schon mal nicht verkehrt. Das freut mich.