Von der Wissenschaft der Namensgebung
Im deutschen Fernsehen gibt es prinzipiell zwei große, konkurrierende Namensgebungswissenschaften, auch wenn eine davon deutlich mehr Anhänger hat. Nämlich die “Erst-mit-Untertitel-der-10-mal-länger-als-der-Haupttitel-ist-wird’s-ein-geiler-Name”-Variante. So ist zum Beispiel der Titel “Natalie IV” erst durch den Zusatz “Zurück vom Babystrich, nachdem es in der Bäckerei keine Brezeln mehr gab und es sich auch sonst keine andere Beschäftigung finden ließ” so richtig knackig und für’s Fernsehprogramm geeignet.
Oft wird diese Taktik auch genutzt, um schwer verständliche, aus den USA stammende Filmtitel für den unbedarften RTL-Gucker verständlicher zu machen, etwa “Showdown – Todesschreie einer alleinerziehenden Mutter im Frauenknast” – oder so. Es gibt jedoch auch die zweite, wesentlich einfacher gestrickte Methode: die zwingend logische, unwiderlegbare.
“Witzig ist witzig” zum Beispiel. Da sag einer was dagegen. In der ARD hätte man für soviel Logik etwas weniger übrig, die würde eher eine Mischform der beiden Methoden wählen, was möglicherweise zu “Witzig ist witzig – Deutschland’s lustigste Sendung” (jaja, *mit* Deppen-Apostroph ;) führen würde. However, “witzig ist witzig” erinnert mich stark an meine damaligen schulischen Ausflüge in die experimentelle Mathematik, wo ich mit traumwandlerischer Sicherheit komplexeste Gleichungen mit mehreren Unbekannten durch geschickte Umwandlung zu einem bestechenden 1=1 auflösen konnte (manchmal blieb auch x=x übrig, aber falsch ist ja wohl auch das nicht. Außerdem lässt sich ja auch das in einem einfachen Schritten zum beliebten 1=1 auflösen).
noch unkommentiert