Follow-up: PDF-Erstellung unter 10.6 Snow Leopard (Update: mögliche Lösung)
PDFs erstellen unter 10.6(.1) Snow Leopard scheint ein Thema zu sein, das offiziell (also seitens Adobe) keines ist. Ich habe meine Probleme bereits hier beschrieben, wobei es weiterhin schwierig ist, im Web weitergehende Infos oder gar Antworten zu finden. An dieser Stelle nun noch einmal ein Versuch, die Situation mit 10.6, InDesign und dem Distiller (8 und 9) darzustellen.
Welche Möglichkeiten der PDF-Erstellung gibt es überhaupt? Mir fallen vier ein:
1. In Applikationen wie Mail.app, Preview etc. – also Applikationen, die den System-Drucken-Dialog nutzen – klickt man im Submenü “PDF” einfach auf “Als PDF sichern…” und gut. Dadurch wird ein PDF erstellt, welches die in OS X integrierte PDF Engine nutzt. Gut genug, allerlei Dokumente, E-Mails oder Webseiten als PDF zu sichern.
Aus InDesign heraus funktioniert diese Vorgehensweise meines Wissens generell nicht – unabhängig vom System. InDesign nutzt einen eigenen Drucken-Dialog. Klickt man in diesem Drucken-Dialog auf “Drucker…”, so kommt man zwar zum System-Drucken-Dialog und kann wie oben beschrieben “Als PDF sichern…” wählen, das entstehende PDF jedoch kann – zumindest bei mir – weder von Preview noch von Acrobat geöffnet werden. Es erscheint lediglich der Hinweis, dass die Datei möglicherweise beschädigt sei oder das Format nicht unterstützt werde.
2. Direkter Export aus InDesign. Die Diskussion darum, ob man den Export gerade für PDFs, die für Druckereien bestimmt sind, nutzen möchte oder nicht, ist eine ganz eigene, die hier nicht geführt werden soll. Quintessenz: Für wen es funktioniert, ist fein raus. Ein weiterer Punkt, der womöglich gegen einen direkten Export spricht, ist, dass derart erzeugte PDFs oftmals – teils erheblich – größer ausfallen als etwa vom Distiller erzeugte PDFs. Dies entspricht zumindest meiner Erfahrung, eine Erklärung dafür habe ich nicht.
Immerhin: Unter 10.6 funktioniert der direkte Export genauso wie immer. Keine Einschränkung, keine Umstellung des Workflow. Aber wer meint, dass ein PDF ein PDF ein PDF ist, der sollte sich auch einmal diesen Thread bei hilfdirselbst zu Gemüte führen.
3. Drucken über den virtuellen “Adobe PDF Printer”. Dies scheint eine sehr verbreitete Methode zu sein und sie funktioniert aus allen Applikationen heraus, also sowohl aus solchen, die den System-Drucken-Dialog nutzen (siehe Abb.), als auch jenen, die ihren eigenen Drucken-Dialog nutzen, wie etwa InDesign. Der Adobe PDF Printer wird bei der Installation von Acrobat angelegt. Dieser virtuelle Drucker leitet den Druckauftrag auf den Distiller um, der dann je nach gewünschter PDF-Einstellung ein PDF erzeugt.
Und genau diese Methode ist mit 10.6 Snow Leopard “kaputt”. Die Erklärung, die Adobe in einer Tech Note gibt, klingt absurd. Es seien “Security Features” von 10.6, die den Adobe PDF Printer nun nicht mehr funktionieren ließen. Das mag tatsächlich sein, als Nutzer denke ich darf man dennoch zurecht fragen, warum ein Sicherheitsfeature den Adobe PDF Drucker verhindert. Und diese Frage geht an Adobe, nicht Apple. Wie in aller Welt war die Lösung bislang realisiert, dass sie durch ein neues Sicherheitsfeature verhindert werden kann? Das ist aus meiner Sicht eine ähnliche Situation wie seinerzeit beim elendiglichen CS3-Bug, der zu Abstürzen in Öffnen- oder Sichern-Dialogen führte. Auch hier berief sich Adobe darauf, dass es ein Fehler seitens Apple sei. Und tatsächlich behob ja ein 10.5.x-Update den “Fehler”. Dennoch sei gefragt, warum nur bzw. vor allem InDesign betroffen war und hunderte andere Apps (auch Adobe-Apps) keinerlei Fehlverhalten zeigten.
Sei’s drum. Adobe hat einen Ersatz für den Adobe PDF Printer ersonnen – ein Automator-Script, das sich wie in Methode 1 beschrieben im PDF-Submenü des System-Drucken-Dialogs befindet. Mit “Save As Adobe PDF” wird, wenn ich die oben verlinkte Tech Note recht verstehe, ein PDF via Systemfunktion erstellt, dieses dann aber (per Distiller?) in ein Adobe PDF konvertiert. Von einer PDF-Konversion mag man halten, was man will, aber vor allem greift die Einschränkung, die schon unter Methode 1 erwähnt wurde: Dies funktioniert aus InDesign heraus schlicht nicht. Es funktioniert in Apps, die den System-Drucken-Dialog nutzen. In InDesign führt die Auswahl von “Save As Adobe PDF” zu … nichts. Es passiert nichts. Der unten abgebildete Dialog, in dem man die PDF-Einstellung wählt, erscheint nicht. Ich konnte noch keinen Eintrag irgendwo im Web finden, der das Funktionieren des Automator-Scripts aus InDesign heraus bestätigen würde.
Au contraire, in den Adobe Foren gibt es einen langen Thread, in dem etliche User das Script entweder gar nicht zum Laufen bringen, oder es regelmäßig abstürzt. Ich konnte hier z. B. aus Safari heraus ohne Probleme per “Save As Adobe PDF” PDFs erstellen. Da ich aber sicher keine “Adobe quality” PDFs von einer Webseite benötige, mache ich deswegen noch keinen Schampus auf. Auch funktioniert – wenn überhaupt – diese Alternative auch ausschließlich mit Acrobat 9(.1.3). Acrobat-8-Nutzer können die Alternative definitiv nicht nutzen.
4. Bleibt die vierte Methode, das gute alte Schreiben eines PostScript-Files aus InDesign, welches man dann manuell in den Distiller kippt. Hierfür wählt man im Drucken-Dialog von InDesign “PostScript Datei” als Drucker und “Adobe PDF 9.0″ als PPD (oder auch Adobe PDF 8.0, falls man noch mit CS3 unterwegs ist). Die erstellte .ps-Datei gibt man in den Distiller.
Nun ergibt sich – abgesehen wieder von der Diskussion, ob dieser Workflow nicht schon beerdigt sein sollte – hier das Problem, dass der Distiller (sowohl Version 8.x als auch 9.x) unter 10.6 enorm langsam ist. Mittlerweile habe ich eine stattliche Anzahl an ps-Dateien getestet, erstellt auf unterschiedlichen Rechnern, mit unterschiedlichen PPDs – immer mit demselben Ergebnis, einer unendlich langsamen Konvertierung im Distiller. Dieselben ps-Dateien flogen auf einem 10.5.8-Rechner in gewohnter Schnelligkeit durch den Distiller. Der Thread in den Adobe Foren bestätigt dieses Phänomen, die dort angegebenen Zeiten decken sich exakt mit meinen Messungen. Selbst ein frisch installierter Rechner zeigte diese Langsamkeit. Allerdings ist dieser Thread der einzige Treffer, den ich bislang zu diesem Problem finden konnte. Insofern ist es nach wie vor unsicher, ob es sich überhaupt um ein generelles Problem handelt oder nur um eine seltsame, nutzerspezifische Wechselwirkung.
Auf alle Fälle deckt sich die gemessene Langsamkeit mit der Anzeige im Aktivitätsmonitor: Während der Distiller sich unter 10.5.8 für das Distillen die volle Leistung eines freien CPU-Kerns genehmigte, nimmt er unter 10.6 nur rund 10% CPU cycles in Anspruch.
[Update]: Mögliche Lösung!






noch unkommentiert