Blaupause für das MacBook
Als ich im Laden vor den neuen MacBook Airs stand und etwas damit herumspielen konnte, drängte sich angesichts des 13,3″ Modells ein Gedanke auf: War ein MacBook jemals anders als dieses Gerät? Blöde Frage, natürlich war es das. Aber was ich damit meine: Das MacBook Air 13,3″ fühlt sich aufgeklappt – wenn man nicht mehr sieht, dass es so dünn ist, dass es nicht mal mehr als Türstopper-Keil taugen würde, und nicht merkt, dass es angenehm leicht ist – an wie ein MacBook. Ein ausgewachsenes, normales MacBook. Es macht alles, was so ein kleiner Computer eben macht, die SSD (bzw. die Flashchips) überspielen die in der Computerbedienung so gewohnten Wartepausen beim Starten von Applikationen. Und dass auf den Demogeräten keine Software läuft, die das Gerät an merkliche Grenzen bringt, versteht sich von selbst. Die Einschränkung also, dass man sich die enorme Größenreduktion mit einer verhältnismäßig geringen Leistungsfähigkeit erkauft, fällt nicht auf und verkehrt sich in vielen Fällen ins Gegenteil. Das MacBook Air wirkt schneller. Ist schneller. Und obwohl es kleiner ist – im Sinne von leichter und dünner – ist es aufgeklappt eben nur eines: gleich groß wie ein MacBook. Wozu also ein MacBook?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir nochmal ein MacBook in der jetzigen Form wiedersehen werden. Dabei glaube ich nicht, dass es z. B. sein optisches Laufwerk verlieren wird. Zuzutrauen wäre es Jobs, aber nach wie vor wird das MacBook als “full featured” beschrieben. Zu full featured gehört offensichtlich noch ein optisches Laufwerk dazu. Ist ein Laufwerk vorhanden, so definiert dies unabänderlich eine Mindestdicke für das MacBook. Aber wird ein MacBook noch eine Festplatte besitzen? Wohl kaum. Apple kann ein MacBook Air mit 128 GB für 1149 Euro anbieten. Mit billigeren Komponenten (Plastik, insgesamt mehr Platz im Gehäuse, ergo leichter zu fabrizieren), warum nicht auch 128 GB für das kleinste MacBook? Und in den gewonnen Platz wird noch mehr Akku gefüllt. Voilà, das neue MacBook, aus weißem Plastik, full featured mit DVD-Laufwerk, 128 GB superschnellem Speicher (ausreichend für viele Kunden) und einer Batterielaufzeit von vielleicht 15 (!) Stunden. Und wir reden hier von einem Einstiegs-Notebook.
Bevor noch einmal ein MacBook mit alter, langsamer, schwerer Festplatte erscheint ist das MacBook noch eher seit Vorstellung des Airs Geschichte.
Und, kaufst du eins?
Heute habe ich mich durchgerungen. Zum großen kleinen.