Gefunden @ t3n.de
Genau das schwirrt in meinem Kopf herum, seit ich Wunderlist ausprobiert habe. Ja, Sync über alle Geräte ist nett. Ja, mit knappem Feature-Umfang kann man umgehen, wenn das, was vorhanden ist, gut klappt (muss sich herausstellen). Aber nein, dass jeder Wunderlist-Client umsonst ist, mag mich nicht erfreuen. Wo kommen die Ressourcen für die (momentan rasend schnelle) Entwicklung und den Unterhalt her? Wie soll sich die App weiterentwickeln, wenn damit nichts verdient werden kann? Biege ich dafür meine ToDos ins Ungewisse um?
Versteh die “Aufregung” um wunderlist nicht. Wer mehr features will kann sich nen Tool seiner Wahl zulegen – jeder wie er will. Daher find ich den Artikel eigentlich ziemlich schlecht, da er irgendwie nur auf ein Produkt draufhaut ohne sich den Markt anzuschauen. Welche Lücken gibt es da und mit welchem Produkt hat man Chancen?
Das Ding mit der Finanzierung wird denke ich schon noch kommen. Spätestens wenn das Risikokapital aufgebraucht ist. Und dann werden wir weitersehen und ggf. kann man ja immer noch umziehen. Das was mit wunderlist passiert ist das, was jedes startup mitmacht (incl. eventuell fehlendem Monetarisierungsplan … siehe Twitter). Oft gehts halt in die Hose und wenn mal nicht (zumindest deutet der Hype was anderes an), wird auf typische deutsch Manier gleich wieder draufgehauen.
Der Artikel im Ganzen bezieht sich für meinen Geschmack ebenfalls zu sehr auf “da fehlt Funktionalität”. Damit kann man umgehen, wenn denn das, was da ist, gut funktioniert – Apple macht das meist so ;). Daher zog ich nur diese eine Aussage raus, die ich dann doch sehr treffend fand. Ich habe jetzt keinen Link parat, doch es gab da mal einen schönen Artikel, der sinngemäß sagte: Entweder bist du von Anfang an gut darin, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu finden, oder du bist es nie. Ein Projekt zu starten und im Nachhinein zu sehen, wie man damit Geld verdient, funktioniere nur in seltenen Fällen. In diesem Sinne sehe ich es… kritisch? besorgt? … dass Wunderlist derzeit kostenfrei ist, und dass auch nicht abzusehen ist, wo denn das Geschäftsmodell liegt. Es wird ja nicht irgendwann der Client etwas kosten. Soll es ein Wunderlist Pro geben, irgendwann? Wie sieht das aus, was soll das können? Wäre nicht der umgekehrte Weg schlauer, erst die Pro-Variante zu starten und daraufhin – wenn es gut läuft – den quersubventionierten freien Ableger anzubieten?
Ansonsten gefällt mir Wunderlist eigentlich ganz gut, auch wenn ein paar Sachen, die ich in Things nutze, nicht vorhanden sind.