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And the winner is …

Stromsparender als ein 17-Zoll-iMac

Jeweils eine Woche lang habe ich den Stromverbrauch eines iMac 17″ (Late 2006) und eines iMac 21,5″ (Late 2009) gemessen, um herauszufinden, wer von beiden bei gleichem Nutzungsprofil sparsamer ist. Dieses Profil ist nicht anspruchsvoll: Als Wohnzimmer-Rechner verbringen beide Kandidaten die meiste Zeit im Ruhezustand. EyeTV weckt sie von Zeit zu Zeit für eine Aufnahme auf und schickt sie danach wieder schlafen. Diese Aufnahmen werden dann um ihre Werbeanteile erleichtert und nach iTunes exportiert – der anstrengendste Job, der den Rechnern (regelmäßig) zugemutet wird. Ansonsten spielt iTunes Inhalte ab und gibt sie entweder an einen Fernseher weiter oder streamt sie auf ein iPad. Das ist es an typischer Benutzung schon gewesen. Gemessen wurde mit einem Energy Monitor 3000.

Grundumsatz

Wenn der Rechner an ist, aber nichts zu tun hat und der Bildschirm aus ist, verbrauchen beide Kandidaten fast exakt gleich viel, rund 35 Watt. Hier hätte ich damit gerechnet, dass das neuere Gerät durch leistungsfähigere Komponenten prinzipiell einen höheren Grundumsatz aufweist, dem ist aber nicht so. Viele typische Aufgaben erhöhen zudem den Grundumsatz kaum. EyeTV-Aufnahmen von einem netstream sat (unveränderter MPEG-2-Stream), das Abspielen von Musik in iTunes und selbst das Streamen eines Videos auf ein iPad lässt den Verbrauch beider Rechner nur um wenige Watt ansteigen.

Erste Unterschiede zeigen sich im Ruhezustand. Der iMac 17″ zieht hier konstant ungefähr 3 Watt. Am iMac 21,5″ zeigte das Messgerät ständig schwankende Werte zwischen 0,2 und 3 Watt an – als ob der Rechner eher schubweise mit Energie versorgt würde. Ob das nun ein Messfehler oder sonstige Eigenheit des Geräts war – die Aufzeichnung über mehrere Stunden hinweg zeigt einen geringeren Verbrauch im Ruhezustand beim neueren Gerät. Kleinvieh macht auch Mist.

Unter Belastung

Bekommen die Rechner etwas zu tun, zeigt sich das höhere Potential des 2009er iMacs. Der im Bild gezeigte Verbrauch stellte sich ein, als am iMac eine DVD eingelesen wurde, Handbrake eine Datei bearbeitete (100% CPU) und gleichzeitig ein Video auf ein iPad gestreamt wurde. Das Display allerdings war aus. Der 17″ iMac ist zu einem solchen Verbrauch gar nicht erst zu bewegen – allerdings rechnet er an den CPU-lastigen Aufgaben auch wesentlich länger. Handbrake skaliert nahezu linear mit dem CPU-Takt, sodass der neuere iMac etwa 1,5x so schnell rechnet – und entsprechend früher fertig ist. Der ältere iMac kann die längere Laufzeit nicht mit einem entsprechend geringeren Verbrauch unter Last ausgleichen. Er unterschreitet zwar die 70 Watt, allerdings nicht wesentlich.

Verbrauch unter Last

Den allergrößten Unterschied machen die Displays. Im typischen Gebrauch sind diese aber meist aus – nach wenigen Minuten gehen sie in den Ruhezustand. Dazu kommt, dass, selbst wenn sie an sind, dies meist zu abendlicher Stunde der Fall ist – entsprechend ist nur eine geringe Helligkeit notwendig. Der 17″ iMac kann sowieso – im Vergleich zum neueren Modell – nicht so hell strahlen, verbraucht aber bei einer Helligkeit im unteren Bereich deutlich unter 10 Watt. Auch der 21,5″ iMac gibt sich bei sehr geringer Einstellung mit rund 13-15 Watt einigermaßen genügsam. Regelt man das Display jedoch hoch, steigert das den Verbrauch leicht bis um 70-80 Watt.

7 Tage

Nach sieben Tagen standen für den iMac 17″ bei typischer (=sehr genügsamer) Nutzung 2,683 kWh zu Buche. Der iMac 21,5″ summierte sich lediglich auf 2,015 kWh, also ziemlich exakt 75% des 17er-Verbrauchs! Der ‘Versuchsaufbau’ war sicherlich nicht besonders wissenschaftlich und die Belastung entsprach auch eher dem geringsten zu erwartenden Level. Doch der Unterschied ist zu deutlich, um als Messfehler durchzugehen. Dass das neuere, potentiell leistungsfähigere Modell (bei gleicher Nutzung) auch sparsamer ist, erfreut mich. Da es sich über die Zeit auch nochmals als deutlich leiser (der 17er überträgt trotz Dämpfung hörbare Festplattenvibrationen) und auch zuverlässiger erwies (der 17″ iMac hatte gegen Ende noch nicht ergründete Schwierigkeiten, in den Ruhezustand zu wechseln), wird der weiße Lastesel nun in den vorübergehenden Vorruhestand gehen.

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