myalteregois not amused

Weil der Akku leer war?

Das WePad hat vielleicht einen blöden Namen und als seeliger Bewohner des Apfellandes ist meine iPad-Bestellung sowieso nur eine Frage der ausstehenden Verfügbarkeit, dennoch könnte ich mir vorstellen, auch ein WePad zu kaufen. Und möglicherweise noch andere Geräte dieser neuen Gattung “Tablet”. Denn letztlich könnte sich momentan eine der größten Revolutionen der Publishing-Branche abspielen und (Print-)Layouter wie ich tun gut daran, diese Entwicklung aktiv zu verfolgen und Möglichkeiten (und Notwendigkeiten) auszuloten. Aber bitte – auch in dieser experimentellen Frühphase wünsche ich mir dann schon etwas mehr Seriosität, als sie zur WePad-Vorstellung zur Schau getragen wurde.

Da lädt man also Hinz und Kunz zu einer Vorstellung, und dann ist der Akku des einzigen Prototypen leer? Der Akku leer?! Nicht dass der Akku nicht noch voll genug gewesen wäre, um einen Demofilm laufen zu lassen. Aber zu leer, um den Bildschirm heller zu regeln, oder einen Blogger mehr als ein dysfunktionales ProtoPad filmen zu lassen. Und auch viel zu leer, um wenigstens selbst auch nur einen einzigen Funktions”beweis” zu demonstrieren – weil ich jetzt nicht möchte (YouTube-Link)?

Entschuldigung, aber eine miese Präsentation ist das Eine, dilettantisches Drumherumreden das Andere. Dass man erst am Tag der Präsentation ein einziges (!) Exemplar “per Post” bekommt und dieses angeblich nicht einmal aufgeladen bekommt (Betrieb am Netzteil, anyone?) ist schon mehr als lächerlich. Und wenn es tatsächlich durch wirre Umstände sich genau so zugetragen haben sollte – shit happens – dann sollte man sich eben auch hinstellen und sagen “Blöd gelaufen, wir haben das Gerät vor fünf Minuten ausgepackt, mehr als Fotos vom ausgeschalteten Gerät gibt es heute nicht”. Wer aber unbeholfen in eine filmende Meute grinst und sich von Ausflucht zu Ausflucht mehr verrennt muss und darf sich nicht wundern, dass auch spekuliert wird, ob denn das WePad – Hardware wie Software – überhaupt schon in irgendeiner Weise funktioniert.

Eine Vorbestellung, wie sie Ende April möglich sein soll, ist spätestens nach dieser Vorstellung absolute Utopie. Da kann ich das Geld ja auch gleich dem Herrn aus Nigeria schicken, der so nett per E-Mail anfragt.

ALL YOUR BASE ARE BELONG TO US!

Das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen die Verfassung. Das hat das Verfassungsgericht in Karlsruhe entschieden. Die Bestimmungen sind nichtig. Alle Daten müssen unverzüglich gelöscht werden.

Wenn nun alle Politiker, die das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung in seiner bisherigen Form verteidigten und für gut und notwendig erachteten, bitte einen Schritt zurück treten würden? Ja, ich schaue zum Beispiel Sie an, Herr Bosbach. Danke.

Mac Pro Audio Update gegen höheren Stromverbrauch

Dieser Tage steht für aktuelle Mac Pro Modelle ein Audio-Update 1.0 bereit, zu dem Apple wie gewohnt knapp erklärt:

This update reduces processor utilization during audio activities such as playing or recording music.

Ob wohl je jemand auf die Idee gekommen ist, sein x-Kern Mac Pro könne bei Abspielen eines Songs in iTunes zu viel Prozessorlast erzeugen? So viel zu viel, dass es dafür ein dediziertes Update benötigt? Jain. Vor wenigen Tagen stolperte ich über diesen Blog-Eintrag hier:

In one of the more bizarre issues I’ve ever seen, a 2.5% CPU utilization playing music in iTunes sucks up 143 watts more power over idle— 71% more.

Hier wird also weniger die Prozessorlast beklagt – die liegt mit 2,5% niedrig – sondern die enorme Stromaufnahme. Mit 345 Watt zog ein voll ausgestatteter 8-Kern Mac Pro beim simplen Abspielen eines Musiktitels nur etwas weniger Strom als unter Volllast (393 Watt). Dennoch behebt das Audio Update angeblich dieses Verhalten, wie im verlinkten Blog-Artikel angemerkt wird. Entweder ist Apples Erklärung zum Update (bewusst oder unbewusst) etwas ungenau oder es wird zufällig ein obskurer Nebeneffekt behoben.

Kann das iPad kein Flash oder kann Flash kein iPad?

Die Flash-Diskussion rund um iPhone/iPad ist mühselig genug, und die Berichterstattung wird mit der Menge auch nicht wirklich besser. Es gibt eine ganze Reihe guter Artikel, “thoughtful pieces”, es seien nur etwa die kürzlichen Artikel bei John Gruber (z. B. hier) und John Nack (etwa hier und hier) empfohlen. Allerdings wird – und das ist zum Teil auch ein natürlicher Vorgang – die Thematik im Großteil aller Artikel stark verkürzt, bis am Ende so etwas herauskommt:

Denn das Angebot von Hulu und vieler anderer werbefinanzierter Onlinevideodienste kann auf dem iPad noch nicht abgespielt werden, da Apple bislang die dafür notwendige Flash-Software weder auf iPhone noch auf dem iPad unterstützt.

Man kann, wie Gruber, durchaus begründet spekulieren, ob Apple nun “Flash will” oder “Flash nicht will”. Und Adobe alleine kann ebenfalls nicht entscheiden, ob es Flash in iPhone OS gibt. Aber die Kausalität ist im zitierten FTD-Artikel schlicht umgedreht. Denn wo ist denn der lang erwartete Adobe Flash Player 10.1, der z. B. auf Android oder dem Pre, anderen ARM-basierten Geräten also, läuft? Eine Flash-Beta für den Pre ist weiterhin nur in Aussicht gestellt, für Android reichte es bislang auch nur für eine Demo – am Ende derer der Adobe-Mitarbeiter selbst sagte, sie hätten noch “a lot of work to do”.

Flash existiert derzeit nicht für iPhoneOS (iPod, iPhone, iPad)/Android/WebOS.

Und das ist schon ein bisschen was anderes als die unausgesprochene Unterstellung, Apple ließe kein Flash auf iPhoneOS zu. Das heißt explizit nicht, dass Apple Adobe möglicherweise nicht allerhand Steine in den Weg legt oder sich zumindest keine Mühe gibt, Adobe bei Flash fürs iPhoneOS zu unterstützen (und erst recht nicht, ob Apple das tun oder nicht tun sollte). Aber noch liegt der Ball (in Form eines unfertigen Flashplayers 10.1) in erster Linie bei Adobe.

Die meist unterschätzte Revolution. EVAR.

Ich muss zugeben: Ich bin überrascht. Überrascht ob der äußerst vehement vorgetragenen Negativreaktion auf das iPad. Und ich will keineswegs für mich beanspruchen, die Weitsicht für mich gebucht zu haben, aber viele der Negativkommentare scheinen mir zu vorschnell aus zu weiter Entfernung abgegeben zu sein. Meine eigene Wahrnehmung verlief in etwa so: Die Textticker rissen mich nicht vom Hocker. Das klang nicht wahrlich aufregend. Die Specs kurz danach: ok, aber nicht wirklich erhellend (tatsächlich finde ich das iPad nach wie vor erstaunlich ungreifbar, trotz vieler bunter Apple-Webseiten dazu). Zu Beginn des Videostreams der Vorstellung ein Hauch gediegenen Déjà-vus. Doch es folgten die App-Demos, etwa TheBat, Brushes und allen voran iWorks. iWorks hat mir wie nichts anderes im Hype um das Tablet deutlich gemacht, was das iPad sein oder werden könnte. Wie diese proklamierte Lücke zwischen Smartphones und Notebooks gefüllt, ja, wie sie überhaupt aussehen könnte.

It’s telling that the most intriguing user experiences shown off today were the iPad versions of the iWork suite. iWork? If Steve Jobs hoped to answer the question about why we need this third device, or how it’s better than a netbook, he didn’t make a compelling case.

Diese Aussage aus einer Reihe an schnellen Kommentaren auf Engadget kann ich demnach nicht ansatzweise nachvollziehen. Möglich dass Pages, Numbers und Keynote nicht die Killer-Applikationen des iPad werden – so sexy sind Tabellenkalkulationen eben nicht. Aber diese drei Applikationen zeigten am deutichsten das Potential, das iPhone OS 3.2 schon jetzt der iPad-Hardware entlocken kann. Die Größe des iPads erlaubt die neuen “Popovers”, die einen Anflug von Fenstermanagement darstellen, ohne Fenster zu sein. Eine elegante und intelligente Mischung aus Fenstern und Menüs, die der Größe und Fokussierung des Geräts auf einen Task angemessen erscheinen. iWork erlaubt das Erstellen von Dateien völlig ohne Hilfe eines Macs. iWork ist die Emanzipation des iPad, weg vom reinen Companion Produkt hin zu einem eigenständigen Gerät. Dieser Schritt unterscheidet ein iPad von einem “größeren iPhone”. Wer das Potential hier nicht erkennt, unterschätzt die Phantasie der Softwareentwickler, die das iPad wie zuvor schon das iPhone/den iPod touch in ganz andere Einsatzsphären katapultierten, als Apple sich das selbst zu Beginn wohl je erträumt hatte.

For me, in a nutshell, the iPad is a larger screen iPhone with fewer capabilities. It’s not bad — in fact, web browsing is awesome and the device we saw was super fast — but I have no way to justify this in my gadget collection.

Ebenfalls bei Engadget gefunden. “Fewer capabilities”? Weil man damit nicht telefonieren kann? Ansonsten sind die Möglichkeiten unbestritten massiv weitreichender als bei einem iPhone, alleine aufgrund der Größe. Und dass aufgrund der Größe Einschränkungen bei der Mobilität entstehen ist nun einmal unumgänglich. Man muss sich schon entscheiden, was man denn nun will. Wir suchen nach etwas, das größer ist als das iPhone. Und nach etwas, das kleiner ist als ein Notebook. Viele erwarten aber etwas, das gleichzeitig so klein und mobil ist wie ein iPhone und auch so universell einsetzbar wie ein Notebook ist. Das ist nicht nur die Suche nach einem Paradoxon, sondern auch eine Versteifung auf konventionelle Entwürfe. Die unumstößliche Prämisse vieler dieser Kritiker scheint mir zu sein: Alles, was größer als ein Smartphone ist, muss ein PC sein. Mit “vollwertigem OS”, herkömmlichen Applikationen und natürlich: Multitasking.

Das ist wirklich furchtbar. Wenn das Ding hier wirklich ein Netbook-Ersatz sein soll, wie soll das bitte ohne Multitasking funktionieren?

Hier sei grundsätzlich widersprochen. Wer will denn Netbooks ersetzen? Jobs sagte nicht, dass er Netbooks ersetzen wolle. Er meinte, Netbooks seien nicht jenes Produkt, welches die Smartphone-Notebook-Lücke schließen könnten. Au contraire: Netbooks seien nur kleinere Notebooks. Sie machen nichts anders oder gar besser. Es sind kleine Notebooks. Netbooks wird es auch in fünf oder zehn oder 20 Jahren noch geben. Und sie werden dann immer noch kleinere Notebooks sein. Und immer noch keine “dritte Produktkategorie”. Ein iPad ist ein Entwurf einer Nutzungsphilosophie, eines Anspruchsprofils, das genau zwischen existierende Produktkategorien fällt.

Die Vorstellung, dass dieses Anspruchsprofil nun ausgerechnet Multitasking zwingend voraussetzt, ist eine willkürliche, phantasielose Annahme. Kaum jemand hat es so auf den Punkt gebracht wie Steven Frank: (aus dem Zusammenhang gerissen, aber übertragbar)

To get there, yes, we had to throw away some of our investment in hardware. We had to re-think how we did things. It required adjustment. A bit of sacrifice. The end result, I think we can all agree regardless of what platform we use, is orders of magnitude more convenient [...]

Der (momentane) Verzicht auf Multitasking ist ein bewusster Trade-off. Die Überlegung ist, dass auf einer Geräteklasse unterhalb von Notebooks die Fokussierung auf nur eine einzelne Aufgabe mehr Vorteile birgt als die Ermöglichung mehrerer Aufgaben zugleich bzw. dem potentiellen Einsatzverhalten eher entspricht: Man will “schnell mal” etwas machen, ohne viel Aufwand, ohne viel Umstände. Hört sich das nach Multitasking an? Netbooks versuchen es genau andersherum. Sie versuchen den herkömmlichen Universalansatz ohne jede Anpassung auf einen deutlich verkleinerten Maßstab zu übertragen. Aus genau dieser Haltung heraus aber gibt es MP3-Player, die nicht größer sind als ein iPod shuffle, aber immer noch ein Display haben. Das zeigt auf zwei Zeilen irgendwelche Informationen an, die man kaum sinnvoll verwerten kann. Die immer noch vorhandenen Knöpfe bieten Mehrfachfunktionen, um möglichst die gleiche Funktionalität abzubilden, die viel größere Geräte üblicherweise bieten. Ein shuffle hingegen bricht vollständig mit dem erfolgreichen Konzept größerer iPods und setzt auf ein radikal einfacheres – und beschränkteres – Konzept. Dies ist ein fundamentaler Philosophieunterschied. Gehe ich von einem Funktionsumfang aus und bilde diesen in jedem Maßstab unverändert ab, oder wäge ich jeweils aufgrund von Form, Größe und/oder Einsatzspektrum das sinnvoll nutzbare Funktionsmaß ab.

Aus letzterem Ansatz ergeben sich recht scharfe Grenzen. Das iPhone ist klein genug, um mobil zu sein, aber groß genug, um bedienbar zu bleiben (die Größe des Durchschnittsfingers definiert de facto die Mindestgröße der UI und daher auch des gesamten iPhones). Will ich auf diesem Gerät E-Mail nutzen? Natürlich. Will ich iWork nutzen? Niemals. Alleine die Größe erzeugt logische Grenzen des Funktionsumfangs. Von oben her ist die Grenze eines Notebooks etwa die Größe einer vollwertigen Tastatur. So wichtig, wie etwa Verfechter von “echten” Tastaturen das Vorhandensein einer solchen auch an winzigen Mobilgeräten erachten, sollte diese Grenze eigentlich selbstverständlich sein. Ein Universal-Computer muss eine vollwertige Tastatur mit vollwertigem Mausersatz bieten. Auf beidem fußt die Schreibtisch-Metapher, nach der alle unsere Computer funktionieren. Ohne nur eines von beidem kann ein Computer in vollem Umfang nicht funktionieren. Wenn dem so ist: Warum sollte man bei einer Verkleinerung und dem damit verbundenen Wegfall oder zumindest der Einschränkung eines dieser Eckpfeiler also a) noch an dieser Form der Eingabe und b) am vollen Funktionsumfang des Universalcomputers festhalten?

iPad ist das erste Gerät, das demzufolge einen Kompromiss eingeht. Tastatur und Mausersatz sind nicht mehr sinnvoll/vollwertig abzubilden. Multitouch ist die Lösung, die in diesem Umfeld sinnvoll erscheint (hingegen wenig sinnvoll wäre bei einem Computer mit vorhandener Tastatur und Maus). Multitouch hat zudem den Charme einer sehr viel direkteren Bindung zum Geschehen auf dem Gerät. Die Größe des Geräts macht jedoch die Schreibtisch-Metapher mit seinen schwebenden Fenstern, Menüleisten etc. ineffizient. Die iPhone UI ergänzt um jetzt mögliche Erweiterungen wie z. B. split views und popovers stellt eine reduzierte und genau deswegen sinnvoll nutzbare Alternative dar. Und wir reden hier über Erweiterungen einer .2-OS-Version. Möchte jemand wagen zu spekulieren, was mit OS 4 möglich sein wird?

iPad bedarf noch vieles an Vorstellungskraft (die, entschuldigung, vielen der Kritiker erschreckend umfassend abzugehen scheint), was damit möglich sein könnte – erst das Vorhandensein an gut angepasster Software wird das Potential augenscheinlich machen. Und dann wollen wir einmal sehen, ob es nicht zunehmend heißt “das, was ein Netbook kann, kann doch aber ein iPad genauso”. Das Vorhandensein von verkleinerten Notebooks könnte eher infrage gestellt werden denn das Dasein des iPad. Nicht weil ein iPad das bessere Netbook ist. Sondern weil ein iPad eine eigenständige Gerätekategorie ist, mit einem schlüssigen Funktionsumfang und Bedienkonzept. Netbooks sind nur verkleinerte, beschränkte Kopien von Notebooks, deren tatsächlicher (=sinnvoll nutzbarer) Funktionsumfang nicht über den eines iPad hinausgeht. Stephen Fry:

This is a different order of experience. The speed, the responsiveness, the smooth glide of it, the richness and detail of the display, the heft in your hand, the rightness of the actions and gestures that you employ, untutored and instinctively, it’s not just a scaled up iPhone or a scaled-down multitouch enhanced laptop – it is a whole new kind of device. And it will change so much.

Sich aufdrängende iPad-Fragen

1. Ist iPhoneOS 3.2 wirklich die Version des Systems, die für den Start des Tablets vorgesehen war? Oder sind hier nur die notwendigsten Entwicklungen von OS 4 soweit technisch und zeitlich möglich in OS 3 eingepflegt worden?

2. Ist die iPad-Version von iLife – zumindest iPhoto, iWeb und möglicherweise auch iMovie würden sich schon sehr anbieten – nicht fertig geworden? Das Vorhandensein der iWork-Suite scheint bei gleichzeitiger Abwesenheit der iLife-Palette inkonsequent. Dass iLife-Apps OS 4 benötigen wäre eine Erklärung, doch da die iWork-Apps geschlossen funktionieren, eher unwahrscheinlich.

3. Wird es möglich sein (out of the box), iTunes-Inhalte von einem Mac zum iPad zu streamen? Selbst eine 64-GB-Version ist mit Videos schnell befüllt. Eine einzelne TV-Staffel mit 20 Folgen belegt in SD eben 10 GB. Streaming von einem Mac aus erledigt mit einem Schlag sowohl die mühselige Syncherei mit iTunes als auch jedwede Platzproblematik.

4. Wie können beliebige Bild- und PDF-Dateien, die in den Specs als anzeigefähige E-Mail-Attachments aufgeführt sind, angezeigt werden? Nur mit Mail? Oder gibt es eine (Apple-)App dafür? Allein die Fähigkeit, PDFs gut präsentieren zu können, würde dendiedas iPad zu einem hervorragenden, beim Kunden Eindruck schindenden, mobilen Präsentationsgerät machen. Einen Shared Folder, in den man beliebige Dateien packen könnte, scheint es ja zu geben:

Thankfully, Apple has addressed this in the iPad-only iPhone OS 3.2. The documentation for the SDK indicates that it uses a “shared folder” that any iPad application can read and write. This shared folder will also mount as a disk whenever an iPad is plugged in to a Mac or PC, allowing easy file transfer.

5. Heißt es der oder das iPad?

New Apple – vor acht Jahren

Vor einigen Jahren legte Apple das “Computer” im Firmennamen ab – Zeichen eines “neuen” Apple, dessen Geburt nachträglich relativ einfach zu datieren ist: Ende 2001 verkaufte Apple erstmals ein kleines Gerät namens iPod. Im Januar 2002, vor etwas mehr als acht Jahren, präsentierte Apple die Quartalszahlen für das Weihnachtsquartal 2001, mithin also die ersten Quartalszahlen “mit iPod”. Damals vermeldete Apple einen Gewinn von 38 Millionen Dollar (11 Cent je Aktie) und verkaufte 746.000 Rechner. Den iPod konnte Apple 125.000-mal an den Mann bringen und etwa 800.000 Menschen verirrten sich in einen Apple-Store. Die Aktie torkelte um die 20 Dollar.

So startete The New Apple. Und ist heute bei 3,38 Milliarden Dollar Gewinn angekommen, beinahe 90-mal (neun-zig-mal) so viel wie vor acht Jahren – 3,67 Dollar je Aktie, von der heute jede (trotz 2:1-Split 2005) mehr als 200 Dollar wert ist. Mit fast 170-mal mehr verkauften iPods (20,9 Millionen) haben diese ihren Zenit sogar schon wieder leicht überschritten (außer man zählt noch fast 9 Millionen iPhones hinzu). In Apple Stores zählte man in drei Monaten über 50 Millionen Menschen. Und Apples “Barreserven” sind mit rund 40 Milliarden Dollar beinahe 10-mal so hoch, oder anders ausgedrückt: Seit dem Verkauf des ersten iPods konnte Apple diesen Posten (im Schnitt) jedes Jahr um mehr als den Betrag aufstocken, den sie zu diesem Zeitpunkt überhaupt besaßen.

Und in zwei Tagen steht der nächste vermeintlich große Wurf an, immerhin will TechCrunch, so man dem Glauben schenken mag, “aus zweiter und dritter Hand” gehört haben, Steve Jobs habe gesagt, das Tablet …

Will Be The Most Important Thing I’ve Ever Done.

Ob in weiteren acht Jahren der Januar 2010 als Beginn eines new new Apple gesehen werden kann? Oder gar der Beginn einer new computing era? Hmm. Eine neue Ära sah im iPod oder gar in Apple damals niemand. Die versprach seinerzeit – wenn auch auf anderem Gebiet als heute eben “The Tablet” – eher ein ominöses, lange geheimnisumwittertes “IT”, das “Ginger” – besser bekannt als Segway. Ein gewisser Steve Jobs sagte damals:

If enough people see this machine, you won’t have to convince them to architect cities around it; it’ll just happen.

It’s about content, stupid!

Das Wall Street Journal hat sich in der letzten Woche mit zwei Artikeln (hier und dort) reichlich weit aus dem Fenster gelehnt. Eingedenk des Rufs der Zeitung ist es also zumindest nicht abwegig, dass viele der in diesen Artikeln erwähnten Details der Wahrheit nahe kommen – auch wenn sie ganz sicher nicht das gesamte Spektrum von Apples Plänen abdecken.

Wenn man insbesondere den Ausführungen im zweiten Artikel, “Apple Sees New Money in Old Media”, Glauben schenkt, so dürfte “The Tablet” tatsächlich eher ein iPhone/iPod touch artiges Gerät sein – also ein eher passives Gerät zum Medienkonsum. Nimmt man dies einmal als Grundlage für wilde Spekulationen, dann fällt The Tablet als wichtigstes Spekulationsobjekt eigentlich schon aus – wer auf das iPhone als Basis aufbauen kann, kann gar nicht so daneben langen. The Tablet steht und fällt definitiv mit dem verfügbaren Inhalt.

Es wäre aber wohl kaum damit getan, nun via iTunes Store auch E-Books zu verkaufen. Damit wäre The Tablet kaum mehr als ein um Kindle-Fähigkeiten aufgemotzter iPod – für kolportierte (bis zu) 1000 Dollar?Das kann man wohl sicher ausschließen. Ebenso kann es nicht der Stein der Weisen sein

e-books enhanced with video, author interviews and social-networking applications

als die nächste heiße Scheiße anzubieten, insbesondere, wenn diese “enhanced” E-Books nur dem Zweck dienen, den durch Amazon forcierten Preis von 9,99 Dollar für E-Book-Bestseller wieder in die Höhe zu treiben. Sollte sich Apple vor den Karren spannen lassen, alberne Verlagsträumereien von maximiertem Profit salonfähig zu machen, haben sie die Produktionskapazität für das Tablet hoffentlich ausreichend niedrig kalkuliert.

Dabei ist unbestritten, dass die Kombination aus digitalen Büchern, umfangreichem Store und einem eleganten Gerät eine Menge Potential bietet. Der Bildungsbereich z. B. schreit geradezu nach einer Evolution. Seit wie vielen Jahren liegen Fachbüchern nun schon DVDs mit Übungsbeispielen bei? Und seit wievielen Jahren verrotten diese DVDs (wenn sie verrotten könnten) schon im Buch, weil die parallele Handhabung von Buch und DVD grottig ist? Seit wievielen Jahren werden Fachbücher einmalig angeschafft und dann bis über jede Haltbarkeit hinaus benutzt, weil eine Aktualisierung die Mittel übersteigt? Aktuelles, sich veränderndes, entwickelndes Wissen, das der Interaktion bedarf, auf tote Bäume zu drucken, ist genau betrachtet grotesk. Aber wo sind die Verlage, die neue, innovative Angebote schaffen? Warum kommt die Initiative nicht schon lange von den Inhalte-Erzeugern selbst? Stattdessen muss man sich solch hanebüchenen Unsinn wie enhanced E-Books mit social networking capabilities anhören? Damit man auf Knopfdruck sehen kann, wer noch alles dieses Buch liest? Wenn das nicht vielmehr dem Zweck dient, Leser-Profile anzulegen, um bessere Werbung schalten zu können. Nein danke, das ist altes Denken aus einer zur Evolution unfähigen Branche.

Interessant ist in wenigen Tagen also fast schon weniger, was Apple schönes geschaffen hat als vielmehr, in welcher Weise und welchem Umfang Apple Bewegung in einer zutiefst verkrusteten Industrie wird verursachen können. Die zeitnahe Verfügbarkeit der finalen Staffel von LOST auch im deutschen (interessanterweise aber NUR im deutschen, nicht z. B. im AT- oder CH-) Store ist vielleicht ein Anzeichen sich ändernder Bedingungen, die bislang nicht absehbar waren.

LOST – ein Vorbote?

In Kürze wird in den USA die letzte Staffel von LOST anlaufen – um jeweils einen Tag nach der Ausstrahlung untertitelt auch im deutschen iTunes Store erhältlich zu sein. Die Ankündigung nimmt sich geradezu bescheiden aus und ist doch eine Revolution. Nur: Warum hat das so lange gedauert?

Was auch immer es Fimstudios bringt, wenn Serien mit 6- bis 12-monatiger Verzögerung über den Teich schwappen oder Filme dank Region Code in einem Teil der Welt später verfügbar werden als anderswo. Gründe wird es schon geben – und sie werden mit Geld zu tun haben. Sicher aber nicht mit Kundenwünschen. Und noch weniger mit technischer Machbarkeit. Und je mehr sich ein Geschäftsmodell sowohl mit Kundenwünschen als auch technischen Möglichkeiten widerspricht, desto unsinniger ist die Aufrechterhaltung des Geschäftsmodells.

Dass Fernsehsendungen nicht mehr nur im Fernsehen oder (sehr viel) später auf DVD konsumiert werden wollen, sondern auch per digitalem Einkauf – war nur eine Frage der Zeit und ist z. B. dank iTunes Store Gegenwart. Nur wenn die Datei schon einmal im US-Store steht ist es wenig ersichtlich, warum nicht auch weltweit. Klar, weil ein deutscher, slowenischer oder turkmenischer Fernsehsender auch etwas verdienen möchte. Nur: Dem Filmstudio kann es doch egal sein, wer für die Sendung bezahlt. Und wenn jeder Zuschauer einzeln bezahlt (insbesondere die derzeit absurd überzogenen Einzelpreise) würde es mich wundern, sollte so am Ende nicht mehr für das Filmstudio herausspringen als per Distribution an eine Sendergruppe. Den Zuschauer interessiert all das überhaupt nicht. Er sieht die Machbarkeit und will konsumieren. Die Dummen sind die (Free-)TV-Sender. Die sehen sich urplötzlich am kürzesten Hebel, sollte die Distribution auf einmal an ihnen vorbei wandern. Ein schöne Aussicht.

Jede LOST-Folge wird vorerst nur vier Wochen verfügbar sein. Das hört sich stark nach Übergangs-Kompromisslösung an, damit irgendwann im Herbst 2010, wenn Staffel 6 dann vielleicht auch einmal in DE aufschlägt, auch noch jemand einschaltet. Vor allem auch Sky, die LOST schon/erst im März zeigen, dürfte daran interessiert sein, dass die Staffel nicht vollständig und über einen zu langen Zeitraum anderswo verfügbar ist. Dennoch existiert mit LOST dieses erste Angebot. Es könnte als Vorbote dem Fernsehen noch lange in Erinnerung bleiben.

The Tablet und die Hoffnung, Apple mache alles gut

Vor wenigen Wochen noch hätte ich vehement verneint, dass Apple in absehbarer Zukunft ein tablettartiges Gerät vorstellt, nun glaube ich im allgemeinen Rumor-Wahn (nur ein letzter, willkürlicher Link von vielen) selbst daran und bin auch schon gespannt. Die Skepsis ist jedoch weiterhin dieselbe. Denn was ich in allen Gerüchten noch nicht gelesen habe, ist: Wozu wird es da sein, warum kommt es jetzt und weshalb sollte gerade Apple das Patentrezept gefunden haben?

So viel Apple-Gläubigkeit muss gestattet sein: Wenn nicht Apple, wer dann? Andere Hersteller mit Visionen sind rar gesät. Man braucht keine Visionen, um Erfolg zu haben, das ist richtig. Ergo suhlen sich Beliebigkeitshersteller wie Acer, Asus und wer noch alles im oberflächlichen Erfolg der Netbooks, die hohe Stückzahlen bei minimaler Marge garantieren, aber die eine Frage nicht beantworten: Wozu diese Geräte? Netbooks in ihrer bisherigen Ausgestaltung sind ein bloßes Abbild technischer Machbarkeit, die ein Marktbedürfnis bedienen, von dem weder Hersteller noch Konsumenten (!) genau wissen, wie es eigentlich aussieht. Denn dass Konsumenten nach schepprigen 200-Euro-Klapptäschchen fragen, deren inhaltliche Konzeption (Software, Bedienung) sich in keinster Weise vom heimischen Aldi-Desktop unterscheidet, kann und will ich nicht glauben.

Ja, es gibt eine Nachfrage nach etwas, das größer als ein Handheld/Mobile Phone ist und kleiner als ein Notebook. Aber der Konsument ist in einer Zeit des konsumistischen Überflusses nicht ausgerechnet der kreativste Nachfrager. Er weiß erst, was er will (oder nicht will), wenn er es angeboten bekommt. Und greift sich am Markt das, wovon er glaubt, dass es dem am nächsten kommt, was er glaubt zu wollen. Die Hersteller wiederum stellen her, was sie können. Heutige Netbooks sind nichts weiter als die Schnittmenge, die sich daraus zufällig ergibt.

Daher sehnen sich viele nach The Tablet. Nach “The Answer”. Nach dem Produkt von Apple, das uns sagt, was wir denn wollen. Oder damit wir etwas in Händen halten können, von dem wir dann sagen können: “Ja, genau, das ist es, so wollte ich das haben.” Warum alle diese Hoffnung, diese Erwartung ausgerechnet auf Apple projizieren sei dahingestellt. iPod und iPhone sind wohl solch herausragende Beispiele für Produkte, die beim Konsumenten genau jenes “Ja so wollte ich das haben”-Erlebnis hervorrufen, dass in Ermangelung eines anderen kompetenten Herstellers alle Erwartung sich auf Apple konzentriert. Dass es überhaupt eine Erwartung gibt, und dass sie sich derart auf Apple konzentriert, ist der beste Beweis dafür, dass es eine Nachfrage gibt, die bislang zu vage, zu unausgesprochen, zu unbewusst vorhanden ist, als dass es auf dem Markt ein Produkt gäbe, das sie befriedigen könnte. Und das heißt explizit nicht, dass es technisch nicht vorhanden wäre. Es bedeutet vielmehr, dass es noch kein Bedienkonzept gibt, das die Konsumenten glücklich machen würde. Die Hoffung auf The Tablet ist die Hoffung auf “das große Ganze”, die Philosophie hinter dem Produkt, welche einer technisch lösbaren Aufgabe jenen Flair, jenen Enthusiasmus, jenen Sinn verleiht, der uns diese Aufgabe mit Freude an der Sache erledigen lässt. MP3s hören war auch schon vor dem iPod möglich, aber es hat nie so viel Spaß gemacht. Musik kaufen ist keine neue Erfindung, klappt aber vor allem im iTunes-iPod-Universum als Erfahrung. You get the idea.

Bleibt immer noch die Frage, warum ausgerechnet Apple ausgerechnet jetzt die Antwort haben sollte. Apple betritt nie neue Märkte. Es betritt Märkte, die vorhanden sind, in denen aber (aus Sicht Apples) ein Defizit besteht, welches sie für einen ausreichenden Anteil beheben können. Im nebulösen Bereich der Sub-Notebooks-Above-Handhelds fällt es aber schwer, überhaupt einen klar umrissenen “Markt” auszumachen, noch dazu einen, den man mit einem einzelnen Gerät und einem endlich durchdachten Konzept verbessern (oder überhaupt erst erschließen) kann. Was im Bereich Musik erreicht worden ist in nun mittlerweile fast einem Jahrzehnt ist in anderen Bereichen (Video, Bücher, Magazine etc.) noch nicht einmal ansatzweise vorhanden. Da kann ich gerne von The Tablet als dem ultimativen Medien-Konsum-Gerät träumen, nur wird das weder Apple noch sonst ein Anbieter derzeit liefern können – weil es schlicht an einer brauchbaren Konsumfähigkeit der Inhalte mangelt. Und anders als bei der Musik, die man abseits von (anfangs nicht vorhandenen) MusicStores von der heimischen CD-Sammung auf den iPod laden konnte existiert diese Möglichkeit in anderen Bereichen nur äußerst eingeschränkt (wenn überhaupt).

Nun bin ich ja auch nur ein weiterer dieser unkreativen Konsumenten und harre ebenso hoffnungsvoll der Dinge, die da kommen mögen. Nur frage ich mich, was gerade jetzt ein Apple Tablet bieten könnte, was “den Markt” einmal mehr revolutioniert. Beim AppleTV wäre etwa das Verlangen der Konsumenten schon wesentlich greifbarer. Hier reagiert Apple jedoch überhaupt nicht, ja lässt nicht einmal einen wirklichen Fortschritt erkennen. Und dann soll The Tablet kommen und es richten, dem einen den besseren Kindle, dem zweiten das bessere Subnotebook, dem dritten die ultimative PSP, dem vierten ein hübscheres ModBook, dem fünften den MacBook-Ersatz und dem sechsten das alles zusammen in einem Gehäuse nicht größer als das des iPhones, aber mit 10″-Screen und für unter 500 Euro bescheren?

Ich wage trotz aller Zweifel und Unwissenheit denn doch eine Prognose – ob nun The Tablet schon im Januar vorgestellt wird oder erst viel später: Apple wird, wie das John Gruber auch schon angedeutet hat, etwas vorstellen, was man eher statt eines MacBooks kauft. Apple wird den Einstieg in die Welt der mobilen Computer neu definieren. Ein MacBook, derzeit auffällig stiefmütterlich behandelt, ist derzeit der Einstieg. Ein vollwertiger Computer, mit dem man alles machen kann, der als einziges Gerät dienen kann, das erschwinglich ist (ansonsten wäre ja auch das Air ein Einsteiger, dem fehlt aber die Erschwinglichkeit). Für viele Anwender kann es aber schon zu viel. Das iPhone ist der Beweis, dass man für Surfen, E-Mailen, Musikhören und Videoschauen keinen vollwertigen Rechner braucht. Gleichzeitig dürfte das ein verbreitetes Anwendungsfeld sein. Andererseits ist schon Briefe schreiben für ein iPhone zu hoch. Es ist zu klein dafür, zu ungeeignet. Ebenso ungeeignet, wie ein MacBook für ein kurzes Video zwischendurch ist. Apple wird es schaffen, diese beiden Geräte, diese beiden Konzepte zu etwas zu verschmelzen, das ein Kompromiss einerseits ist (vollwertiger Rechner – x, Handheld + x), andererseits durch die klare inhaltliche und konzeptionelle Ausrichtung eine Geräteklasse begründet, die nachgefragt werden wird. Es ist nicht nur einfach ein Gerät, das etwas weniger kostet als ein MacBook, aber letztlich so viel weniger kann, dass man doch wieder zum MacBook greift, weil dies alles, was The Tablet kann, ja letztlich auch kann. Das Tablet wird eine Anwendbarkeit haben, die für Computer-Einsteiger ausreicht, sogar als einziges Gerät dienen kann, und gleichzeitig die “Casual things” (Musik, Video, Spiele, Medienkonsum) so viel besser benutzbar macht als ein MacBook, dass man es um diese Benutzbarkeit willen einem MacBook vorzieht. Es wird also kein Computer sein. Aber genug Computer, um einen zu ersetzen.

Die Antwort lautet nun noch öfter: iMac

Den 24″ iMac betitelte Apple bis vor kurzem noch als den “All-in-one for everyone” und ich merkte vor ebenfalls nicht allzu langer Zeit dazu an, man könne das “All-in-one” auch getrost weglassen. Der iMac ist der Mac, Apples Angebot an die breite Masse, Apples Idee davon, wie ein Computer sein muss, der die größte Schnittmenge bildet aus dem, was Benutzer wollen und brauchen und Apple bauen und anbieten will. Und ich schwadronierte auch davon, dass das Einsatzspektrum des iMac seit seines Bestehens sich immer weiter vergrößerte – und dass dies auch weiter gehen würde. Die preisliche Verschiebung des Mac Pro nach oben sah ich als Zeichen für einen noch größeren iMac: 30″. Und über kurz oder lang natürlich auch QuadCore.

Nun, diese Einschätzung stellte sich mit der gestrigen Vorstellung der neuen iMac-Palette gleichzeitig als wahr und falsch heraus. Zwar ist es kein 30″ iMac geworden, aber das 27″-Display zeigt beinahe die Auflösung des 30″-Displays. Und mit einem QuadCore-Prozessor und vier Speichersteckplätzen steigt der iMac weiter in Leistungsbereiche vor, die bislang nur mit einem PowerMac/Mac Pro erreichbar waren. So weit alles richtig. Falsch war jedoch die Annahme, Apple würde dieses Top-Modell über die bestehende Palette setzen, also etwa bei 2200 Euro ansiedeln. Als Verbindung zwischen iMac und Mac Pro. Weit gefehlt. Man erhält nun eine 2560er-Auflösung, vier Speichersteckplätze und einen QuadCore ab 1799 Euro.

Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass Apple niemals einen “MidiMac”, einen “headless iMac” anbieten wird – dieses iMac-Line-up ist dieser Beweis. Der “kleine” iMac bleibt konsequent in der Nähe von etwa 1000 Euro und bietet zeitgemäße Ausstattung. Die Spanne reicht zum immer leistungsfähigeren iMac bis knapp unter 2000 Euro. Für alles in dieser Spanne gibt es einen iMac. In dieser Spanne finden sich Gelegenheitsnutzer ebenso wie zunehmend anspruchsvolle “Pros”. Ja, mit Kompromissen hier und da, aber das war bei Apple immer so, und es wird immer so sein. Kostet zwischen 1000 und 2000 Euro und steht auf dem Tisch? iMac. Mal ein kleineres Modell, mal ein größeres. Aber eigentlich immer (öfter): iMac.

Die “Privatfreigabe” in iTunes 9 – fail

Ich komme mir langsam vor wie ein bunt gestreiftes Einhorn, das in Oberhintergröbenzell auf dem Marktplatz steht. Ich muss zumindest einer Gattung von iTunes-Nutzern angehören, die in den Augen des Mutterschiffs in eine ähnliche Obskuritätsklasse fällt. Was fällt mir aber auch ein – ich besitze mehrere Rechner und will auf all diesen Rechner den

EXAKT F*CKING SELBEN STAND VON ITUNES HABEN.

Puh. Ja. Jetzt ist’s raus. Mein Name ist Watson und ich habe den Willen zur iTunes-Synchronisation. Böser Watson. Aber halt, iTunes 9 beherbergt ja eine neue Funktion namens “Privatfreigabe”. Beim ersten Start von iTunes 9 in der linken Spalte (oder unter “Erweitert > Privatfreigabe aktivieren”) lässt sie sich durch Eingabe der Apple-ID aktivieren. Andere derart aktivierte Rechner erscheinen dann als Freigaben. Der Unterschied zu den auch bisher vorhandenen Freigaben: Man kann Titel von privat freigegebenen Rechnern auf seinen eigenen Rechner kopieren, nicht nur anhören.

Interessanterweise kann man keine Songs vom eigenen Rechner auf einen freigegebenen Rechner kopieren – wollte man also zwei Rechner wirklich abgleichen, muss man auch an beiden Rechnern sitzen. So weit, so willkürlich. Aber alleine das manuelle Kopieren einzelner Titel (gekaufte Titel gleichen sich wohl komplett automatisch ab, das konnte ich bislang nicht testen) – wer will denn das? Ich will den totalen Abgleich. Ich will auf einen Knopf namens “Synchronisiere iTunes Bibliothek” klicken, und nach Abschluss der Magie will ich zwei gleiche iTunes Rechner haben. Und mit diesem Wunsch soll ich alleine auf dem Marktplatz von Oberhintergröbenzell stehen? Mit einem Horn am Kopf?

Welchen Nutzer Apple mit der “Privatfreigabe” im Sinn hat, ist mir nicht klar. Die Familie? Wo über einen Account eingekauft wird, aber nur teilweise Musik abgeglichen wird, weil der Sohnemann mit Beethovens Neunter so wenig anfangen kann wie der Vater mit The Dome 39? Auf alle Fälle ist nicht ein einzelner Nutzer mit mehreren Rechnern gemeint, selbst der nicht, der tatsächlich nur einzelne Titel übertragen möchte. Denn kopiert man einen Titel vom freigegebenen Rechner auf den eigenen, so wird etwa der Zählerstand NICHT übernommen. Nicht einmal die bei Apple gemeinhin für sehr wichtig erachtete Bewertung wird synchronisiert.

Alles, was die Privatfreigabe darstellt, ist eine Ersatzdarstellung für einen simplen Finder-Kopiervorgang.

[edit] Frage in die Runde: Sieht die Privatfreigabe entfernte Macs, die per Back to my Mac erreichbar sind?

[edit 2] Antwort: nein. Die Privatfreigabe ist begrenzt auf das lokale Netzwerk.

WordPress automatisch aktualisieren bei Host Europe (in case I forget)

Hallo mein älteres Ich, du hast vergessen, was man wie wo eintragen muss, um ein bei Host Europe liegendes WordPress (oder dazu installierte Plug-ins) aus dem Back-End heraus automatisch aktualisieren zu lassen? Dachte ich mir. Danke deinem jüngeren Ich, das so schlau war, den Eintrag eines viel schlaueren Menschen per noch viel schlauerem Google zu finden. Trage folgendes in die config.php ein:

putenv(‘TMPDIR=[kompletter-Pfad]/www/[Unterverzeichnis-für-Webseite]/wp-content/tmp’);
define(‘WP_TEMP_DIR’, ABSPATH . ‘wp-content/tmp’);

Was in “[kompletter-Pfad]” einzutragen ist, steht im KIS von Host Europe unter “Konfiguration -> Allgemeines -> Allgemeine Informationen, Zeile ‘Pfad’”. Sollte in etwa so aussehen: /is/htdocs/wpXXXXXXX_XXXXXXXXXX. Der richtige Eintrag für “[Unterverzeichnis zur Webseite]” findet sich in “Konfiguration -> Domains -> Domainzuordnung editieren”. Im Ordner “wp-content” muss dann noch der Ordner “tmp” angelegt und mit den Rechten “777″ versehen werden.

Gern geschehen, alter Mann.

iMac Review (4) – Heißblut (update)

Der iMac ist ein angenehm ruhiger Zeitgenosse. Wenn man nicht gerade in völlig ruhiger Arbeitsumgebung sitzt, so ist der iMac nicht wahrnehmbar (auch in Verbindung mit der hier zusätzlich eingesetzten externen Platte im Raidsonic-Gehäuse). Laufen nebenher Drucker oder ähnliche Bürogeräte oder hat man schlicht das Fenster offen und kein Büro im Garten Eden, wird das Laufgeräusch vollständig überdeckt.

Das ist eine überaus positive Eigenschaft. Dabei lüftet der iMac durchaus mit drei Lüftern (CPU, Festplatte, optisches Laufwerk), allerdings drehen diese im Grundzustand mit 1200 (CPU), 1600 (HDD) und 800 (ODD) Umdrehungen je Minute sehr langsam und damit leise. Auf der anderen Seite führt ein zurückhaltendes Lüften zwangsläufig zu höheren Temperaturen, wie sich vortrefflich z. B. mit iStat menus anzeigen lässt. Die im Screenshot gezeigten Temperaturen kamen bei einer eher unterdurchschnittlichen Belastung des iMac zustande und muten teils doch schon sehr hoch an. Die Temperatur für “Northbridge” sticht dabei hervor und landet selbst ohne jedwede Last immer über 70°C, ab mittlerer Last und u. U erhöhter Umgebungstemperatur, wie es selbst im hiesigen Sommer passieren kann, klettert die Anzeige auf über 80°C.

Nun gibt es für die Northbridge zwei Sensoren, wobei “Northbridge 1″ immer deutlich niedriger ausfällt. Möglicherweise wird die niedrigere Temperatur am Chipsatz selbst gemessen, während die hohe Temperatur am Kühlkörper abgenommen wird. Das würde die “Problematik” entschärfen. Intel-Chipsätze sollen etwa bis zu einer Maximaltemperatur von 90°C spezifiziert sein (der Link im verlinkten Forum führt mittlerweile ins Leere). Wo genau die Temperaturfühler sitzen, konnte ich leider nicht finden.

Der andere unschöne Wert sind die konstant deutlich über 50°C im HDD-Schacht bzw. an der Festplatte direkt (durch S.M.A.R.T übermittelt). Verbaut ist eine 1TB Western Digital mit 7.200 rpm. Dass diese nicht gerade kühl bleiben, ist bekannt. 58°C ohne höhere Last ist allerdings nochmals eine andere, wenngleich für iMacs und MacBooks nicht unübliche Liga. HDD-Hersteller geben für aktuelle Festplatten zumeist 60°C als Maximaltemperaturen an.

Da die Lüfter im iMac nicht oder kaum aufdrehen, sieht Apple darin anscheinend kein Problem. Und selbst wenn man unterstellt, dass Cupertino zugunsten eines möglichst leisen Rechners die Lüfter lieber etwas später anwirft, so darf man getrost davon ausgehen, dass sie kein Interesse an hohen Rücklaufquoten verschmorter Rechner haben.

Wie dem auch sei, Gutgläubigkeit und Vertrauen in Unternehmen war noch nie mein Steckenpferd und wie heißt es doch? Sicher ist sicher, sagte sich der Bauer, und bremste den Berg hinauf. In diesem Sinne habe ich smcFanControl angeworfen, um zumindest an besonders heißen Tagen oder bei sehr hoher Last die Lüfter manuell hochregeln zu können. smcFanControl unterstützt offiziell nur mobile Intel-Macs, es läuft grundsätzlich aber auch auf dem iMac. Von den drei Lüftern kann es nur zwei beeinflussen, nämlich den HDD- und ODD-Lüfter. Der CPU-Lüfter bleibt von allen Manipulierungsversuchen leider unbeeindruckt. Das Erhöhen auf 2800/1000rpm (HDD/ODD) brachte nach kurzer Zeit die im Screenshot (Klick aufs Bild) gezeigte Abkühlung. Das Lärmniveau steigt dadurch zwar, je nach Umgebungslärm (der hier im Büro durch zahlreiche Geräte recht hoch ist) bleibt der iMac aber insgesamt weiter unauffällig (geschätzt ruhiger als ein Dual Core PowerMac G5).

Update: Aus mir nicht erfindlichen Gründen hat smcFanControl nun auch den CPU-Lüfter (halbwegs) unter Kontrolle. Bläst dieser mit 1600 statt 1200 rpm, so lässt sich eine massive Abkühlung aller Komponenten erreichen. Gepaart mit nur noch 2000rpm für den HDD-Lüfter und 1500 rpm für den ODD-Lüfter ergeben sich nun zwischen 10 und 20 °C (!) niedrigere Temperaturen bei durchschnittlicher Systemlast. Gleichzeitig ist der Geräuschpegel nur unwesentlich höher als in den Grundeinstellungen. smcFanControl FTW!

iMac review (3) – Monitorungemach

Einer der größten Vorbehalte gegen einen iMac war für mich immer das spiegelnde Display, wobei eine Reduzierung auf “spiegelnd” nur einen Teil der Kritik trifft. Die im Allgemeinen als positiv empfundene hohe Sättigung und Kontrasteigenschaften dieser Displays verkehrt sich in der Druckvorstufe eher ins Gegenteil. Das Maß “unserer” Dinge ist der Druck, der schon lange nicht mehr mit den Displays mithalten kann. Aber auch die Brillanz eines Dias auf dem Lichtpult erreichte der Druck nie, und gegen Lichtpulte gab es nie Vorbehalte. Wer sich auf die Bildschirmdarstellung alleine verlässt, hat sich eh im Beruf vergriffen…

Nach nun einigen Monaten im Einsatz hat sich manches bestätigt und manches widerlegt, was man vorher glaubte, aber auch manches aufgetan, womit man gar nicht rechnete.

Spiegelung: Ja, natürlich spiegelt das Display. Dies fällt aber nur bei dunklen Bildschirminhalten auf – dann jedoch kann es enorm stören, was wiederum von der Umgebung abhängt. Dunkler Inhalt gepaart mit starkem Sonneneinfall in den Hintergrund (also nicht auf das Display selbst) führt etwa dazu, dass man wirklich schlecht am iMac arbeiten kann. Da UI-Elemente derzeit eher in Richtung dunkelgrau tendieren (Snow Leopard, Lightroom etc.) ist das nicht unbedingt ein positiver Ausblick. Andererseits schaffen Rollos einfache Abhilfe, und starker Sonneneinfall war noch nie besonders zuträglich. Ist der Bildschirminhalt jedoch hell, so überstrahlt das Display praktisch alle Spiegelungen, unabhängig von der Umgebungshelligkeit.

Displayhelligkeit: Nicht von ungefähr ist das iMac-Display also sehr hell. Dreht man den Helligkeitsregler ganz herunter, strahlt es immer noch mit über 180 (!) cd/qm. Zur Einschätzung: Für ein ICC-Profil in der Druckvorstufe müsste man 160 cd/qm einstellen. Alte PowerBooks erreichten nicht einmal bei maximaler Helligkeit einen solchen Wert, mein MacBook Pro (prä-Unibody) erreicht max. 250 cd/qm. Der Maximalwert des iMac liegt über 325 cd/qm, was einem erfolgreich die Augäpfel aus dem Kopf zu strahlen vermag.

Sättigung/Kontrast: Der gemessene Kontrast (basICColor display) liegt bei 648:1. Das sagt mir rein gar nichts, aber das iMac-Bild wirkt knackig und scharf. Farben sind extrem bunt. Allerdings nicht unnatürlich, ganz im Gegenteil. Dass der Druck hier nicht heranreicht sollte man dem Display nicht ankreiden. Fotos wirken unglaublich auf dem Display. Sie treten geradezu hervor, wirken beinahe plastisch wie auf keinem Display zuvor. Ein 23″ ACD im Vergleich wirkt matter, weniger gesättigt, was ich aber ebenfalls nicht als nachteilig empfinde. Das ACD liegt definitiv näher an der “Druck-Realität”, während der iMac in Richtung Dia-Leuchttisch tendiert.

Helligkeitsverteilung: Leider ist das Display (zumindest meines iMacs) nicht ganz gleichmäßig ausgeleuchtet. Die Helligkeit nimmt von links oben nach rechts unten ab, wobei insbesondere die rechte untere Ecke abfällt.

Farbkonstanz: Ich habe das iMac-Display mit einem basICColor SQUID (ein abgespecktes EyeOne) und basICColor display 4.1 vermessen und profiliert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, das Überprüfungsprotokoll (Vergleich Mess- und Sollwerte) fiel sogar besser aus als beim 23″ ACD. Gerade die Abweichungen in den Farben fiel überraschend gering aus, die Grauwerte waren allemal brauchbar. Die Ernüchterung folgte auf dem Fuße. Eher zufällig hatte ich ein Dialogfenster im Original und als Screenshot gleichzeitig auf dem Bildschirm und die Darstellung wich merklich voneinander ab. Also habe ich die Profilüberprüfung mit basICColor display an unterschiedlichen Stellen auf dem Display wiederholt, um auszuschließen, dass es sich um ein blickwinkelabhängiges Problem handelt. Das Ergebnis zeigt der Screenshot unten (Klick aufs Bild für eine vollständige Darstellung): Während in der Bildmitte (Screenshot links) alles in Ordnung ist, zeigt sich links oben (Screenshot rechts) eine viel stärkere Abweichung. Alles scheint deutlich ins Blaue verschoben. Der betroffene Bereich ist so groß, dass es nicht nur das äußerste Displayeck betrifft, sondern etwa einen kreisrunden Bereich mit einem Radius von fast einer Drittel-Bildschirmbreite ausgehend vom linken oberen Displayeck ausmacht. Hier werde ich wohl bei einem Applehändler nachfragen müssen, ob dies einen Garantiefall darstellt oder ob dies innerhalb der Toleranzen liegt, die Apple für diese Geräteklasse akzeptiert.

Fazit: Das Display ist gut. Für die Druckvorstufe nicht perfekt, aber – insbesondere wenn man den Preis mit bewertet – selbst für farbkritische Arbeiten zu gebrauchen, wenn man sein Handwerk versteht und neben der Darstellung die tatsächlichen Farbwerte heranzieht. Das Spiegeln des Displays ist nur dann ein Problem, wenn Lichtverhältnisse herrschen, wie sie generell an einem Grafik-Arbeitsplatz vermieden werden sollten. Allerdings sollte sich die sichtbare Farbverschiebung besser als Garantiefall herausstellen, denn diese fällt zu deutlich und zu großflächig aus, um als tolerabel durchzugehen.

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