myalteregois not amused

InDesign-Abstürze und der Linotype Font Explorer Pro

Vor kurzem plagte mich aus heiterem Himmel ein konstant beim Öffnen eines bestimmten Dokuments abstürzendes InDesign. Dasselbe Dokument ließ sich auf einem anderen Rechner noch Stunden zuvor problemlos öffnen. Einfache, wenig elegante Lösung: Entfernen des Font Explorer Pro Plug-ins.

Auf eine bessere Lösung wies mich freundlicherweise ein Tweet von Rufus Deuchler hin. Diese Adobe Tech Note beschreibt das Problem und bietet für InDesign CS2, CS3 und CS4 eine neuere Version des FEX-Plug-ins an. Interessanterweise scheint mir dieser Weg der einzige, an die neueste Plug-in-Version (3.0.6) zu gelangen, wobei der Downloadlink durchaus auf die Server von Linotype zeigt. Font Explorer Pro selbst bietet einem aber kein Update an und ist der Meinung, Plug-in-Version 3.0.5 sei aktuell (“Einstellungen -> Font-Anfragen -> Plug-in Verwaltung”). Anscheinend will man bei Linotype das neuere Plug-in erst mit dem nächsten Programm-Update ausliefern? Etwas verquere Einstellung. Wer nicht warten kann und will, bediene sich der Downloads bei Adobe.

Illustrator, der; notorisch hinterherhinkender Quälgeist

Der Illustrator schaut doch eigentlich ganz adrett aus. Wie InDesign. Oder Photoshop. Wie die Creative Suite eben, die ja alles vereinheitlicht. Wenn man aber einen Porsche fotografiert, ihn 1:1 plottet und diesen Plot geschickt vor einen schrabbligen Opel Ascona stellt, dann schaut der auch adrett aus. Und kann trotzdem nix.

Warum zum Beispiel, um einmal auf das zuletzt aufgefallene Quell des Ärgernisses zu kommen, kann ich in Illustrator (CS4) nicht einfach ein Farbfeld von einem Dokument in ein anderes ziehen? So wie das InDesign NATÜRLICH kann? So wie es intuitiv sinnvoll erscheint? Warum soll ich tatsächlich die gesamte Farbfeldpalette (aus der ich doch nur eine Farbe kopieren möchte) in eine Datei exportieren, um sie im anderen Dokument zu importieren (wo sie dann sinnbefreit als Bibliothek in einem neuen Bedienfeld geöffnet wird, statt dass einfach die neuen Farbfelder den exisitierenden hinzugefügt werden)? Könnte dieses altertümliche Vorgehen bitte in die Jetztzeit übersetzt werden? Noch vor CS8? Danke.

iMac Review (4) – Heißblut (update)

Der iMac ist ein angenehm ruhiger Zeitgenosse. Wenn man nicht gerade in völlig ruhiger Arbeitsumgebung sitzt, so ist der iMac nicht wahrnehmbar (auch in Verbindung mit der hier zusätzlich eingesetzten externen Platte im Raidsonic-Gehäuse). Laufen nebenher Drucker oder ähnliche Bürogeräte oder hat man schlicht das Fenster offen und kein Büro im Garten Eden, wird das Laufgeräusch vollständig überdeckt.

Das ist eine überaus positive Eigenschaft. Dabei lüftet der iMac durchaus mit drei Lüftern (CPU, Festplatte, optisches Laufwerk), allerdings drehen diese im Grundzustand mit 1200 (CPU), 1600 (HDD) und 800 (ODD) Umdrehungen je Minute sehr langsam und damit leise. Auf der anderen Seite führt ein zurückhaltendes Lüften zwangsläufig zu höheren Temperaturen, wie sich vortrefflich z. B. mit iStat menus anzeigen lässt. Die im Screenshot gezeigten Temperaturen kamen bei einer eher unterdurchschnittlichen Belastung des iMac zustande und muten teils doch schon sehr hoch an. Die Temperatur für “Northbridge” sticht dabei hervor und landet selbst ohne jedwede Last immer über 70°C, ab mittlerer Last und u. U erhöhter Umgebungstemperatur, wie es selbst im hiesigen Sommer passieren kann, klettert die Anzeige auf über 80°C.

Nun gibt es für die Northbridge zwei Sensoren, wobei “Northbridge 1″ immer deutlich niedriger ausfällt. Möglicherweise wird die niedrigere Temperatur am Chipsatz selbst gemessen, während die hohe Temperatur am Kühlkörper abgenommen wird. Das würde die “Problematik” entschärfen. Intel-Chipsätze sollen etwa bis zu einer Maximaltemperatur von 90°C spezifiziert sein (der Link im verlinkten Forum führt mittlerweile ins Leere). Wo genau die Temperaturfühler sitzen, konnte ich leider nicht finden.

Der andere unschöne Wert sind die konstant deutlich über 50°C im HDD-Schacht bzw. an der Festplatte direkt (durch S.M.A.R.T übermittelt). Verbaut ist eine 1TB Western Digital mit 7.200 rpm. Dass diese nicht gerade kühl bleiben, ist bekannt. 58°C ohne höhere Last ist allerdings nochmals eine andere, wenngleich für iMacs und MacBooks nicht unübliche Liga. HDD-Hersteller geben für aktuelle Festplatten zumeist 60°C als Maximaltemperaturen an.

Da die Lüfter im iMac nicht oder kaum aufdrehen, sieht Apple darin anscheinend kein Problem. Und selbst wenn man unterstellt, dass Cupertino zugunsten eines möglichst leisen Rechners die Lüfter lieber etwas später anwirft, so darf man getrost davon ausgehen, dass sie kein Interesse an hohen Rücklaufquoten verschmorter Rechner haben.

Wie dem auch sei, Gutgläubigkeit und Vertrauen in Unternehmen war noch nie mein Steckenpferd und wie heißt es doch? Sicher ist sicher, sagte sich der Bauer, und bremste den Berg hinauf. In diesem Sinne habe ich smcFanControl angeworfen, um zumindest an besonders heißen Tagen oder bei sehr hoher Last die Lüfter manuell hochregeln zu können. smcFanControl unterstützt offiziell nur mobile Intel-Macs, es läuft grundsätzlich aber auch auf dem iMac. Von den drei Lüftern kann es nur zwei beeinflussen, nämlich den HDD- und ODD-Lüfter. Der CPU-Lüfter bleibt von allen Manipulierungsversuchen leider unbeeindruckt. Das Erhöhen auf 2800/1000rpm (HDD/ODD) brachte nach kurzer Zeit die im Screenshot (Klick aufs Bild) gezeigte Abkühlung. Das Lärmniveau steigt dadurch zwar, je nach Umgebungslärm (der hier im Büro durch zahlreiche Geräte recht hoch ist) bleibt der iMac aber insgesamt weiter unauffällig (geschätzt ruhiger als ein Dual Core PowerMac G5).

Update: Aus mir nicht erfindlichen Gründen hat smcFanControl nun auch den CPU-Lüfter (halbwegs) unter Kontrolle. Bläst dieser mit 1600 statt 1200 rpm, so lässt sich eine massive Abkühlung aller Komponenten erreichen. Gepaart mit nur noch 2000rpm für den HDD-Lüfter und 1500 rpm für den ODD-Lüfter ergeben sich nun zwischen 10 und 20 °C (!) niedrigere Temperaturen bei durchschnittlicher Systemlast. Gleichzeitig ist der Geräuschpegel nur unwesentlich höher als in den Grundeinstellungen. smcFanControl FTW!

iMac review (3) – Monitorungemach

Einer der größten Vorbehalte gegen einen iMac war für mich immer das spiegelnde Display, wobei eine Reduzierung auf “spiegelnd” nur einen Teil der Kritik trifft. Die im Allgemeinen als positiv empfundene hohe Sättigung und Kontrasteigenschaften dieser Displays verkehrt sich in der Druckvorstufe eher ins Gegenteil. Das Maß “unserer” Dinge ist der Druck, der schon lange nicht mehr mit den Displays mithalten kann. Aber auch die Brillanz eines Dias auf dem Lichtpult erreichte der Druck nie, und gegen Lichtpulte gab es nie Vorbehalte. Wer sich auf die Bildschirmdarstellung alleine verlässt, hat sich eh im Beruf vergriffen…

Nach nun einigen Monaten im Einsatz hat sich manches bestätigt und manches widerlegt, was man vorher glaubte, aber auch manches aufgetan, womit man gar nicht rechnete.

Spiegelung: Ja, natürlich spiegelt das Display. Dies fällt aber nur bei dunklen Bildschirminhalten auf – dann jedoch kann es enorm stören, was wiederum von der Umgebung abhängt. Dunkler Inhalt gepaart mit starkem Sonneneinfall in den Hintergrund (also nicht auf das Display selbst) führt etwa dazu, dass man wirklich schlecht am iMac arbeiten kann. Da UI-Elemente derzeit eher in Richtung dunkelgrau tendieren (Snow Leopard, Lightroom etc.) ist das nicht unbedingt ein positiver Ausblick. Andererseits schaffen Rollos einfache Abhilfe, und starker Sonneneinfall war noch nie besonders zuträglich. Ist der Bildschirminhalt jedoch hell, so überstrahlt das Display praktisch alle Spiegelungen, unabhängig von der Umgebungshelligkeit.

Displayhelligkeit: Nicht von ungefähr ist das iMac-Display also sehr hell. Dreht man den Helligkeitsregler ganz herunter, strahlt es immer noch mit über 180 (!) cd/qm. Zur Einschätzung: Für ein ICC-Profil in der Druckvorstufe müsste man 160 cd/qm einstellen. Alte PowerBooks erreichten nicht einmal bei maximaler Helligkeit einen solchen Wert, mein MacBook Pro (prä-Unibody) erreicht max. 250 cd/qm. Der Maximalwert des iMac liegt über 325 cd/qm, was einem erfolgreich die Augäpfel aus dem Kopf zu strahlen vermag.

Sättigung/Kontrast: Der gemessene Kontrast (basICColor display) liegt bei 648:1. Das sagt mir rein gar nichts, aber das iMac-Bild wirkt knackig und scharf. Farben sind extrem bunt. Allerdings nicht unnatürlich, ganz im Gegenteil. Dass der Druck hier nicht heranreicht sollte man dem Display nicht ankreiden. Fotos wirken unglaublich auf dem Display. Sie treten geradezu hervor, wirken beinahe plastisch wie auf keinem Display zuvor. Ein 23″ ACD im Vergleich wirkt matter, weniger gesättigt, was ich aber ebenfalls nicht als nachteilig empfinde. Das ACD liegt definitiv näher an der “Druck-Realität”, während der iMac in Richtung Dia-Leuchttisch tendiert.

Helligkeitsverteilung: Leider ist das Display (zumindest meines iMacs) nicht ganz gleichmäßig ausgeleuchtet. Die Helligkeit nimmt von links oben nach rechts unten ab, wobei insbesondere die rechte untere Ecke abfällt.

Farbkonstanz: Ich habe das iMac-Display mit einem basICColor SQUID (ein abgespecktes EyeOne) und basICColor display 4.1 vermessen und profiliert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, das Überprüfungsprotokoll (Vergleich Mess- und Sollwerte) fiel sogar besser aus als beim 23″ ACD. Gerade die Abweichungen in den Farben fiel überraschend gering aus, die Grauwerte waren allemal brauchbar. Die Ernüchterung folgte auf dem Fuße. Eher zufällig hatte ich ein Dialogfenster im Original und als Screenshot gleichzeitig auf dem Bildschirm und die Darstellung wich merklich voneinander ab. Also habe ich die Profilüberprüfung mit basICColor display an unterschiedlichen Stellen auf dem Display wiederholt, um auszuschließen, dass es sich um ein blickwinkelabhängiges Problem handelt. Das Ergebnis zeigt der Screenshot unten (Klick aufs Bild für eine vollständige Darstellung): Während in der Bildmitte (Screenshot links) alles in Ordnung ist, zeigt sich links oben (Screenshot rechts) eine viel stärkere Abweichung. Alles scheint deutlich ins Blaue verschoben. Der betroffene Bereich ist so groß, dass es nicht nur das äußerste Displayeck betrifft, sondern etwa einen kreisrunden Bereich mit einem Radius von fast einer Drittel-Bildschirmbreite ausgehend vom linken oberen Displayeck ausmacht. Hier werde ich wohl bei einem Applehändler nachfragen müssen, ob dies einen Garantiefall darstellt oder ob dies innerhalb der Toleranzen liegt, die Apple für diese Geräteklasse akzeptiert.

Fazit: Das Display ist gut. Für die Druckvorstufe nicht perfekt, aber – insbesondere wenn man den Preis mit bewertet – selbst für farbkritische Arbeiten zu gebrauchen, wenn man sein Handwerk versteht und neben der Darstellung die tatsächlichen Farbwerte heranzieht. Das Spiegeln des Displays ist nur dann ein Problem, wenn Lichtverhältnisse herrschen, wie sie generell an einem Grafik-Arbeitsplatz vermieden werden sollten. Allerdings sollte sich die sichtbare Farbverschiebung besser als Garantiefall herausstellen, denn diese fällt zu deutlich und zu großflächig aus, um als tolerabel durchzugehen.

iMac 2009 review (2): Warum eigentlich kein Mac Pro?

Natürlich war (und irgendwie auch: ist) die Überlegung vor dem Rechnerneukauf: iMac oder Mac Pro? Wie in Teil 1 schon beschrieben, ersetzt der iMac einen PowerMac G5. Insofern scheint der Schritt zu einem Mac Pro eigentlich naheliegend. Monitore sind vorhanden, würden also keine zusätzliche Investition bedeuten. Der größte (genauer: mein größter) Kritikpunkt am iMac, dass die interne Festplatte de facto nicht getauscht werden kann, ist beim Mac Pro kein Thema. Der RAM-Ausbau wäre günstiger. Warum also kein Mac Pro?

Mit ein Grund: Der iMac in der vorliegenden Konfiguration kostet 1900 Euro. Ein Mac Pro mit vier Kernen, 8GB RAM und der Radeon 4870 kostet etwas über 2500 Euro. Zwar dient der angeschaffte Rechner als Arbeitsgerät, verdient also gewissermaßen Geld und sollte “läppische” 600 Euro schnell amortisieren. Dennoch: 600 Euro sind schon ein Haufen Geld, insbesondere wenn nach Steuernachzahlungen und ein Umzug ausstehen. Aber das ist nicht alles.

Mir dünkt, der Mac Pro in der jetzigen Ausgestaltung ist nicht wirklich der Mac Pro, den Apple gerne anbieten würde. Beim Vorgängermodell wurde angepriesen, dass acht Kerne Standard seien. Das 4-Kern-Modell wurde offiziell nicht erwähnt, sondern fristete als CTO-Modell eine Art Schattendasein. Nun liegt das 8-Kern-Modell aber bei stolzen 2999 Euro Einstiegsgehalt – ob dieser Preis, gerade angesichts eher magerer 2,26 GHz-CPUs, so zwingend ist, sei einmal dahingestellt. Auf alle Fälle scheint zumindest derzeit ein 8-Kern-Nehalem noch so teuer zu geraten, dass man noch ein 4-Kern-Modell darunter packen muss, um die Lücke zum iMac schließen zu können (der wiederum – imho – noch nicht so weit nach oben erweitert werden kann – namentlich mit 4-Kern-CPUs -, um die Lücke mit einem iMac zu füllen). Dieser 4-Kern-MacPro mag eine tolle Maschine sein. Aber nicht zwingend für meinen Einsatzzweck.

Zwar habe ich schon einmal geschrieben, dass der 4-Kern angesichts einiger Benchmarks derzeit vielleicht sogar die bessere Preis-Leistung bietet als ein 8-Kern. Dennoch scheint der Preis für ein 1-CPU-System doch reichlich hoch. Dazu kommen die nur vier Speicherslots. Im XServe zeigt Apple, dass sie eigentlich schon wissen, dass der Nehalem ein dreikanaliges Speicherinterface aufweist und daher sechs Slots mehr Sinn ergeben. Aber im “kleinen” Mac Pro hat es zu dieser Erkenntnis (oder: Großzügigkeit?) nicht gereicht?

Und: Gab es jemals einen iMac, der in der Standardkonfiguration mit mehr RAM ausgestattet war als ein Mac Pro? Dem kleinen Mac Pro fehlt es in manchen Details etwas an der kompromisslosen Gigantomanie, die ich mir für 2600 Euro wünschen würde.

Das mögen alles eher theoretische und teils spitzfindige Kritikpunkte sein. Aber sie tragen eben ihren Teil an einer (Nicht-)Kaufentscheidung bei. Niemand hat behauptet, ich würde rein rationale Kaufentscheidungen treffen ;) Es gibt aber auch noch praktische “Hinderungsgründe”. Hier steht natürlich nicht nur ein Arbeitsrechner. Es gibt immer drei Rechner: Einen Hauptrechner, einen mobilen Rechner und einen Zweit- bzw. Ersatzrechner. Alle Rechner liegen in der Anschaffung ein Jahr auseinander und werden in der Regel nach drei Jahren ersetzt. Aufgrund der Robustheit und der in vielen Fällen noch ausreichenden Rechenleistung ist der ausgemusterte PowerMac G5 nun der Zeitrechner. Und braucht als solcher einen Monitor. Hätte ich mich für einen Mac Pro entschieden, hätte ich aber keinen “übrig” gehabt und daher einen kaufen müssen. Das macht aus 600 Euro Mehrkosten gleich 1400 Euro (wenn man mal ein ACD 24″ als Maßstab nimmt – jaja, das geht auch billiger, ich weiß). Und um so viel besser ist ein Mac Pro dann einfach nicht. Photoshop dümpelt nur allzu oft auf einem Kern herum, und selbst wenn ein 2,66 GHz Nehalem-Kern (insbesondere mit 8 GB RAM im Rücken) einem 2,93 GHz Core2Duo-Kern überlegen ist, so eben doch nicht um 1400 Euro oder 70%. Ich würde schon die 30% (600 Euro) bezweifeln, zumindest im Mittel. Ich bearbeite ja nicht jeden Tag unzählige RAW-Stapel.

Den Ausschlag gab letztlich: In meinem Setup war es günstig, dass ich mit einem iMac meine vorhandenen Monitore sinnvoll aufteilen und einsetzen kann. Der 20-Zöller dient als Zweitmonitor am iMac, der 23-Zöller als einziger Monitor für den PowerMac. Der PowerMac läuft mit 10.4.11 und entschlacktem System/Programmordner besser denn je und macht als Zweitarbeitsplatz und Archivserver eine mehr als gute Figur. Der iMac bietet spürbare Mehrleistung sowohl gegenüber dem ersetzten PowerMac, als auch gegenüber dem vorhandenen MacBook Pro und rechtfertigt die Investition dahingehend. Im Laufe des Jahres 2010 steht dann im üblichen Turnus sowieso wieder ein Rechnerneukauf an (Ersatz für den bisherigen Zweitrechner, einen kleinen iMac). Mit dem dann erhältlichen OS X 10.6 (bessere Mehrkernnutzung), der nächsten Generation von Mac Pros (8-Kern als Standard für weniger Geld) und einer möglichen Creative Suite 5 (Cocoa, 64-Bit) schlägt das Pendel vielleicht deutlicher in Richtung Mac Pro, als es mir derzeit den Anschein hat.

iMac 2009 Review (1) – Die Vorgeschichte

Seit einigen Wochen steht hier nun ein neuer iMac 24″ 2,93 GHz mit Radeon 4850. Benchmarks sind das Eine, Alltag das Andere, letzterer soll hier in Eindrücken beschrieben werden. Dazu sollte zu Beginn erzählt werden, wie denn dieser Alltag aussieht – und auch, wie dieser Alltag zuvor bewältigt wurde.

Der Einsatzzweck: Der iMac dient als Arbeitsrechner für Layout und Bildbearbeitung. Es läuft also in erster Linie die Adobe Creative Suite (3 und 4) in voller epischer Breite sowie Lightroom als RAW-Entwickler. Alles weitere ist nur Zugabe. Dazu zählt neben den üblichen Hilfs- und Gebrauchsprogrammen (Schriftverwalter, Textverarbeitung, Mail, Browser etc.) auch ein Windows in VMWare, das ab und an läuft, wenn der IE zur Bearbeitung einer störrischen Webseite benötigt wird.

Der Vorgänger: Der iMac ersetzt einen PowerMac G5 DualCore 2GHz (Late 2005) mit 8GB RAM und einer nachgerüsteten GeForce 7800GT. Letztere verhalf Photoshop CS4 zur Nutzung einiger sehr nützlicher Features wie etwa der 3D-Bearbeitung oder der Arbeitsflächenrotation, die nur per Hardwareunterstützung mit geeigneter Grafikkarte zur Verfügung stehen. Gerade das Rotieren der Arbeitsfläche (nicht zu Verwechseln mit dem Drehen des Bildes) ist z. B. bei Retuschearbeiten äußerst nützlich, ohne würde ich nicht mehr Arbeiten wollen.

Der G5 war das zuverlässigste Arbeitstier, das ich je unter dem Tisch stehen hatte. Prinzipiell ist der dreieinhalb Jahre alte G5 auch heute noch für die beschriebenen Aufgaben (mit Ausnahme der virtuellen Maschine) ausreichend – aber wer will schon einen “ausreichenden” Rechner. Zumal man in CS4 an allen Ecken und Enden merkt, dass entweder der Rechner schon etwas in die Jahre gekommen ist oder Adobe-Entwickler keinen PowerMac mehr auf der Rechnung haben.

Das Setup: Es handelt sich um einen iMac 2,93 GHz mit 4 GB RAM (Standard), Radeon 4850 und 1TB-Platte (CTO). Am iMac hängt noch ein 20″ ACD als Zweitmonitor (über miniDisplay-DVI-Adapter) und vor allem eine externe FW-800-Platte (Seagate 7200.12 1TB in einem Raidsonice-Gehäuse). Auf der externen Platte lagern alle Daten, sodass die interne Platte lediglich System und Benutzerordner beherbergt (im Benutzerordner liegt nicht viel herum). Diese Aufteilung hat sich im PowerMac bewährt. Da beim iMac erschwerend hinzu kommt, dass man an die interne Platte praktisch nicht herankommt, war mir das Auslagern aller Daten doppelt wichtig. Natürlich ist die interne Platte so mit 1 TB hoffnungslos überdimensioniert. Aber auch hier greift wieder die “Unaustauschbarkeit”: Da der iMac bis auf den RAM praktisch nach Bestellung unveränderlich ist, sehe ich keine Alternative zum Maximalausbau (Platte/Grafik). Die Kosten für Platte und Grafik halte ich für in Ordnung (90 Euro die Platte, 180 Euro die Grafik). Ich erwarte eine etwas erhöhte “sinnvolle Einsatzzeit” durch diesen Ausbau, da ein fähiger Grafikchip demnächst hoffentlich zunehmend von allen möglichen Applikationen genutzt werden kann.

So viel zu Beginn. Demnächst: Teil 2 – Warum kein Mac Pro? Wer Fragen hat, möge fragen ;)

Liebe Berufsgenossenschaft…

… Druck und Papierverarbeitung. Schön, dass es euch gibt. Fast so sinnlos, in jedem Falle so ungefragt zwingend wie die IHK, zumindest für uns Selbständige. Aber jeder braucht ja eine Beschäftigung, also macht ruhig euer Ding. Aber lasst mich in Ruhe damit. Damit meine ich in erster Linie eure Fragebögen, in die ich eingeben soll, wieviele Teilbetriebe ich unterhalte, wieviele weitere Betriebe ich weltweit führe, wieviele Druckmaschinen, Falzmaschinen, Rollenflexodruckmaschinen, Tiegeldruckmaschinen, Komplettiermaschinen, Hülsenherstellungs-, -be- u. verarbeitungsmaschinen, Warmformmaschinen, Vulkanisierpressen oder Papier- und Pappenerzeugungsmaschinen ich in meinem 20-qm-Büro so habe und wieviel Prozent meiner Zeit ich für das Herstellen von digitalen Druckunterlagen, Layout, Reinzeichnung, Bildbearbeitung selbst hergestellter Fotos, Bildbearbeitung nicht selbst hergestellter Fotos (ja genau, das braucht ihr zur Gefahreneinschätzung meines Berufsalltages? Geht’s noch?) verwende. Das habe ich alles schon einmal ausgefüllt. Und wundersamerweise steht immer noch keine dieser Maschinen hier.

Also hier ein Gratis-Tipp: Wie wäre es mit einer Checkbox, gaaaaaaaanz am Anfang eures 3-seitigen Fragebogens, die anzukreuzen ist in dem Fall, DASS SICH SCHLICHT NICHTS VERÄNDERT HAT SEIT MAN DIESEN BEHÄMMERTEN FRAGEBOGEN DAS LETZTE MAL AUSGEFÜLLT HAT?!

Nette Idee, aber…

Ich werde nicht der einzige sein, der immer wieder Jobs hat, bei denen man auf einen brechend vollen und dementsprechend unübersichtlichen Bilderordner zugreifen muss – je nach Arbeitsumgebung liegt der vielleicht noch auf einem entfernten Rechner, und je nachdem, was das für eine Kiste ist, und wie diese am Netz hängt, ist das Browsen durch den 35-GB-Ordner im Platzieren-Dialog von InDesign kein Hochgenuss. Ebensowenig erbaulich ist es, ständig die Bridge offen zu haben, denn die ist zwar seit CS3 gar nicht mal schlecht, aber doch ein ziemlich dickes Ding.

Da klingt doch dieses Stück Software ganz interessant: iMedia Browser von Karelia. Diese Software bildet im Prinzip den Media Browser nach, den man aus den iApps kennt. Dessen Fenster kann man immer einblenden lassen, oder es wahlweise im Dock oder der Menüleiste einklinken, sodass es nur bei Bedarf aufpoppt. Schlank ist es auch, es liegt nach dem Start mit nur rund einem Drittel des Speicherbedarfs der Bridge im Speicher. Über ein Suchfeld gibt man einen Teil des gewünschten Dateinamens ein und verengt damit schnell die Auswahl. Schön wäre noch, wenn es außer dem Dateinamen noch die Stichwörter berücksichtigen würde.

Aber ach! Leider stellt es keine eps-Dateien dar — heißt: EPS-Dateien werden einfach unterschlagen, als wären sie im ausgewähten Ordner gar nicht vorhanden. Man erhält also keinen Dummy-Platzhalter (wie z. B. in iTunes ein Album ohne Coverbild in Coverflow dargestellt wird), man sieht gar nichts. Auch ein QuickLook-Plugin für EPS-Dateien hilft nicht weiter. Gar nicht gut.

Adobe, was ist das denn wieder?

Vergleich von ISO Coated und Photoshops ISO-ProfilMit Photopshop CS 2 gibt Adobe endlich das halbgare Euroscale (Un)Coated und bietet – sogar als Standardeinstellung hierzulande, hört, hört – ein Profil namens »Europe ISO Coated FOGRA27« an. ISO Coated klingt klasse, FOGRA auch, aber was ist das überhaupt für ein Profil? Laut Erstellungsdatum, das einem das ColorSync Utility ausspuckt, ist es neuer als das ISO Coated, welches ich von eci.org habe (derzeit down). Aber es unterscheidet sich auch deutlich, wie man im Vergleich oben sieht (Vergleichsgrundlage, das weiße Giter, ist ISO Coated, der farbige Klumpen ist Photoshops Profil). Zwar hat das PS-Profil im Blau eindeutig mehr zu bieten, fällt dafür im Magenta bis hinüber zum Gelben und auch in Teilen des Grün massiv ab (wobei jeweils die Reinfarben recht weit reichen). Pure Größe sagt ja erst einmal gar nichts aus. Auch »Euroscale Coated« überragt ISO Coated beispielsweise in einigen Bereichen, hat dafür eine verbeulte Grauachse, die man aus der Raumansicht so natürlich erst mal nicht sieht. Wird da jemand schlau draus?

Update: Ein Versuch mit Grautönen bringt Unterschiede zutage: Ein mittleres Grau (RGB: 128) übersetzt PS CS 2 (relativ farbmetrisch, mit Tiefenkomensierung, Adobe ACE) nach »Europe ISO Coated FOGRA27« mit 49/39/37/2, nach »ISO Coated« hingegen mit 41/33/31/15. Der Cyan-Überhang ist relativ ähnlich, aber das PS-Profil zelebriert bis zum 50% Mittelton ein UCR in Reinkultur und lässt Schwarz praktisch komplett außen vor, während ISO Coated recht gemäßigt zwar, aber von Beginn an etwas Schwarz fährt (ist natürlich immer noch UCR). Das Bild ändert sich jedoch, wenn man in die Dreivierteltöne und darüber geht. Bei RGB 40/40/40 sidn die beiden Profile nahezu gleichauf (72/64/60/57 zu 70/63/56/59), aber hin zu 0/0/0 fährt das Photoshop-FOGRA-Profil Schwarz bis 100%: 86/85/79/100. ISO Coated bleibt brav und setzt ein solches schwarz mit 96/82/55/97 um (interessant: ab 13/13/13 senkt ISO Coated den Gelbanteil von 63% wieder ab). Insgesamt bleibt ISO Coated damit in den Tiefen offener und fährt bis 330% Gesamtfarbauftrag, während die PS-Variante bis 350% fährt. Letzteres dürfte für einige Papiere und Druckereien ein wenig … optimistisch sein.

Update 2: Das Photoshop Profil beruht immerhin auf denselben FOGRA-Charakterisierungsdaten wie die eci-Profile, wie man dem Zusatz “FOGRA27″ entnehmen kann. Es gibt eben viele Wege, um von Messdaten zu einem Profil zu kommen, wie es scheint. Auch mit durchaus unterschiedlichen Ergebnissen. Im Endeffekt scheint Adobe etwas mehr Augenmerk auf out-of-gamut-Farben gelegt zu haben, aber dürfte eh der Offsetdruck der beschränkende Faktor sein. Bleibt ein sehr sauberer UCR-Aufbau bis in die Mitteltöne und scheinbar die Prämisse eines geringeren Tonwertzuwachses. Wem also Druck mit ISO Coated bislang gerne zu flach gerieten fährt vielleicht mit dem Photoshop-Profil sogar besser.

»Unnötige Fehlermeldungen« vermeiden?

Aus der Hilfe von Photoshop zum Befehl »Bedingte Modusänderung«: Zeichnen Sie diesen Befehl in einer Aktion auf, damit Bilder den richtigen Farbmodus verwenden und keine unnötigen Fehlermeldungen angezeigt werden.

Nun ist die Idee an sich ja ganz nett, einen Aktionsschritt nur dann auszuführen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Gerade bei Aktionen, die Filter benutzen (die wiederum etwa den RGB-Farbraum voraussetzen und in CMYK nicht funktionieren), kann das nützlich sein. Weil sonst bei einem Filter nur die Fehlermeldung kommt, dass der Befehl zur Zeit nicht verfügbar sei.

Aber, Adobe, kleiner Tipp nur am Rande: Dass »Bedingte Modusänderung« selbst einen zu bestätigenden und damit jede Aktion stoppenden Hinweis erzeugt, wenn keine Änderung notwendig ist, das ist dann doch irgendwie kontraproduktiv. Umso mehr, als eine herkömmliche Modusänderung oder der Befehl »In Profil konvertieren« im Endeffekt genau dasselbe Ergebnis erzeugt, nur eben ohne (Fehler)Meldung.

Ich verwette ja meine Lizenz darauf, dass dieser Befehl auch in Version CS15 noch diese Meldung erzeugen wird.

Jetzt wird mir einiges klar

Im Grafiker-Alltag gibt es ja unzählige Mysterien. Warum haben Kunden nie Geschmack? Wieso machen Druckereien immer alles falsch? Warum kommen simple Textvorlagen immer als Word-Dokumente und wieso in aller Welt müssen dort Myriaden von Leerzeichen, Tabs und Formatierungen enthalten sein. Und: Wie in aller Welt kommt jemand auf die Idee, ein Poster in PowerPoint zu erstellen und anzuliefern?

Heute beim Frühstück wurden mir die Augen geöffnet, in einer dieser Frühstücksunterhaltungen, in dem mir die (meine!) beste Freundin der Welt mir von den Problemen einer Kommilitonin berichtete, in PowerPoint die Hintergrundfarbe einer Folie der einer Grafik anzupassen. Wie die meisten solcher Gespräche mündet ein solches stets mit einem resignierten, leicht ungläubigen Lächeln begleitetes Gespräch in meiner Frage: »Warum eigentlich macht die das mit PowerPoint?«

Merket auf, Kollegen, das Rätsel ist gelöst: »Weil’s Word nicht kann.«

Mittelalterkrise

Wehe mir sagt noch mal einer, dass man doch die neuen Photoshop-Versionen nicht brauche, stempeln könne man auch mit ps 6, was wolle man mehr? Ohlala, viel mehr will ich. Verbannt als Freelancer an einem Photoshop-6-OS-9-Rechner (ein Unglück kommt aber auch wirklich gar nie allein) kann ich gar nicht schnell genug meinen ersten Kaffee trinken, bis ich den »Extrahieren«-Filter brauche, oder das Reparaturwerkzeug, oder mich die Werkzeugspitzeneinstellung in den Wahnsinn treibt (das tut sie zwar auch in neueren Versionen, aber man unterbreche meine Gallespuckerei nicht). Oder das Verhalten in der Ebenenpalette. Oder beim Aufzeichnen von Aktionen. Der fehlende Dateibrowser.

Hat vielleicht einer eine Idee, wie ich innerhalb einer Stapelverarbeitung, die drei verschiedene Versionen einer Datei erstellt (über »Speichern für Web«, in drei unterschiedliche Ordner), den jeweiligen Versionen einen Dateinamenszusatz verpasse? Also aus Dateiname mach Dateiname-1, Dateiname-2, Dateiname-3? Ohne es ausprobiert zu haben müsste das in CS eigentlich über den Browser mit einzubinden sein, aber in PS 6?

Adobe verdoppelt Gewinn – déjà vu?

Wer hätte es gedacht: Adobe legt Quartalszahlen vor und schon wieder sind es im Vergleich zum Vorjahresquartal gigantische 100% mehr Gewinn. Es gäbe so eine tolle Nachfrage nach der Creative Suite. Glaube ich gern, schließlich ködert man ja mit Schleuderpreisen Neukunden – dass man darüber die Bestandskunden gerne mal vergisst wird trotz Verärgerung eben jener trotzdem nicht zur Verschlechterung des Ergebnisses beitragen. Nicht nur Adobe weiß, dass die meisten Kunden mit den Adobeprodukten (viel) Geld verdienen und bei aller Motzerei ja doch updaten und neu kaufen.

Und dass es nur noch eine Seriennummer für alle Produkte der Suite gibt, was das Aufsplitten der Einzelprogramme auf unterschiedliche Rechner im Netzwerk unmöglich macht, ist vielleicht auch so ein klitzekleiner Grund, nicht wahr? Der größte Coup hingegen könnte noch folgen, wenn nämlich das erste Update der CS ansteht: Wird es noch Einzelupdates geben? Kann man aus der Suite heraus nur PS updaten, den Rest vielleicht später oder gar nicht? Adobe windet sich seit Vorstellung der CS gekonnt um eine klare Beantwortung dieser simplen Frage, was nichts Gutes verheißt.

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