Snow Leopard, InDesign und der Distiller (Update: mögliche Lösung)
Laut Adobe läuft die Creative Suite 4 abgesehen von ein paar sehr wenigen Absurditäten wunderbar auf OS X 10.6 Snow Leopard. Trotz einer solchen Aussage sollte niemand 10.6 auf einer Produktions-Maschine installieren, sondern erst einen weniger kritischen Rechner damit ausstatten. Gesagt getan, 10.6 läuft hier auf einem MacBook Pro, das System wurde von 10.5.8 einfach auf 10.6 aktualisiert.
Erstes Unwohlsein ruft dieser Artikel bei indsignsecrets hervor, wo erwähnt wird, dass der virtuelle “Adobe PDF Drucker”, der von Acrobat installiert wird, unter 10.6 nicht mehr funktioniert und von Adobe durch ein Automator-Script ersetzt wurde, welches sich im (System-)Drucken-Dialog unter dem “PDF”-Button versteckt und “Save As Adobe PDF” heißt.
Den virtuellen Drucker habe ich noch nie verwendet, allerdings tut sich dennoch ein Problem auf: Auf meinem Rechner wurde durch das Update sichtlicherweise die Adobe PDF 9.0 PPD (ADPDF9.PPD) aus “Library > Printers > PPDs > Contents > Resources > en.lproj” entfernt. Dadurch funktioniert der Workflow nicht mehr, aus InDesign im Drucken-Dialogfeld ein Postscript-File mit eben jener Adobe PDF PPD zu schreiben, um dieses ps-file anschließend manuell in den Distiller zu stecken. Dass dieser Workflow möglicherweise nicht der ist, den Adobe als “zeitgemäß” ansieht, mag sein. Dennoch ist er immer noch massenhaft in Benutzung und bei aller Liebe für den direkten PDF-Export aus InDesign noch immer der narrensicherste Weg zu einem PDF, das in Druckereien landauf, landab funktioniert.
Erschwerend kommt hinzu, dass der in der Adobe Tech Note beschriebene Weg über das neue Automator-Script zumindest bei mir aus InDesign heraus schlicht nicht funktioniert. Der System-Drucken-Dialog ist schon einmal aus InDesign heraus nur unbequem zu erreichen (Button “Drucker…” im Drucken-Dialog von InDesign). Wähle ich dort aus dem PDF-Menü “Save As Adobe PDF”, so passiert rein gar nichts. Es sollte sich wohl ein Dialogfeld öffnen, in dem ich die gewünschte Distiller-Einstellung wählen soll. Es passiert aber einfach nichts. Nur aus Applikationen heraus, die direkt den System-Drucken-Dialog nutzen (z. B. Pages, Preview etc.) funktioniert das “Save As Adobe PDF” wie von Adobe beschrieben.
Gut, wenn man ein Backup seines alten Systems oder noch einen zweiten Rechner mit 10.5.x parat hat. So lässt sich zumindest die Adobe PDF 9.0 PPD wieder herstellen. Einfach die Datei aus dem oben genannten Pfad kopieren und an dieselbe Stelle im 10.6-System einsetzen, InDesign ggf. neu starten. Nun steht die PPD wieder zur Verfügung und man kann wie gewohnt eine Postscript-Datei mit Adobe PDF 9.0 PPD aus dem Drucken-Dialog speichern und diese in den Distiller stecken. Doch hier wartet neues Ungemach. Der Distiller (9.1.0) ist auf dem MacBook Pro kriechend langsam. Ein simples, kleines 82 MB ps benötigte sagenhafte 94 Sekunden zum distillen, während dasselbe ps-file mit derselben Distiller-Einstellung auf einem 10.5.8-Rechner in 7 Sekunden zum PDF gerechnet wurde. Ein Beitrag in den Adobe Foren, der genau dieses Problem beschreibt, ist zum Zeitpunkt, da ich dieses schreibe, noch nicht sinnvoll beantwortet (zudem sind die Foren gerade kaum zu erreichen und/oder enorm langsam). Ein sehr alter MacFixIt-Artikel listet Sophos Anti-Virus als Möglichkeit eines langsamen Distillers auf, aber abgesehen von der Nicht-Aktualität des Artikels läuft hier auch kein Sophos. Auch eine rege Festplattenaktivität, wie im Artikel beschrieben, liegt nicht vor.
Ist dies Adobes Vorstellung von “läuft prima unter 10.6″?
[Edit] Wer die Adobe PDF 9.0 PPD von einem alten System oder Backup zurückkopiert, sollte sie direkt in “Library > Printers > PPDs > Contents > Resources” legen, nicht dort auch noch in das Unterverzeichnis “en.lproj”. Aus diesem Unterverzeichnis wird die PPD sonst anscheinend bei jedem Start des Distillers wieder gelöscht.
[edit 2] Es gibt einen Folgeartikel zu diesem Thema.
[Update]: Mögliche Lösung!